El Quseir (al-Qusair) am Roten Meer, Ägypten
Ein Eldorado für Taucher und Wassersportler
El Quseir liegt am Roten Meer in Ägypten, etwa 130 km südlich von Hurghada und etwa 100 km nördlich von Marsa Alam. El Quseir fungiert seit über 4.000 Jahren als Handelshafen und Ausgangsort für Entdeckungsreisen. Sie war früher eine der beteudensten Städte Ägyptens, da von El Quseir aus die kürzeste Landstrecke zwischen Roten Meer und Nil besteht. Bis zum Bau des Suezkanals war El Quseir deshalb ein wichtiger Handelshafen.
Ausser schöne Strände bietet das Rote Meer bei El Quseir eine imponierende Meeresflora- und fauna. Die vorgelagerten Korallenriffe bei El Quseir sind äußerst vielfältig und weisen verstreute Gipfel, Tunnel, Kamine, Haken und Höhlen auf. Ein Eldorado für Taucher, die es kaum erwarten können sich die Unterwasserwelt mit den verschiedenen Korallenarten anzusehen. In den Riffen tummeln sich Napoleonfische, Muränen, Rotfeuerfische, rote Meerbarben, Trompetenfische und Zackenbarsche. Im seichten Gewässer sieht man Meergrundeln, Tintenfische und Garnelen. Etwas weiter draussen ist der Fischbestand artenreicher, hier gibt es Tunfische, Rotmeer-Füsilliere, Makrelen, Stachelmakrelen und Schnapperfische. Dies ist unbestreitbar einer der schönsten Tauchplätze am Roten Meer, wenn nicht gar weltweit. Zum Schutz der Riffe ist die Teilnehmerzahl bei Tauchgruppen begrenzt - der angenehme Nebeneffekt dieser Maßnahme ist ein ungestörtes, ruhiges Taucherlebnis.
Viele Hotels verfügen über eigene Tauchzentren, wo Anfänger und Fortgeschrittene die Sandbänke und Korallenriffe in der Tiefe des türkisblauen Meeres erkunden können.
Überall in El Quseir findet man bauliche Spuren der Vergangenheit. Die osmanische Epoche hat das Stadtbild entscheidend geprägt. Die osmanische Festung von Sultan Selim wurde im 16. Jh. erbaut. Sie sollte den Hafen gegen Eindringlinge verteidigen und auch die Pilger nach Mekka schützen, die häufig von hier aufbrachen. Aufgrund dieser Präsenz sieht man am Baustil vieler Gebäude der Stadt einen deutlich islamischen Einfluss. In der kürzlich restaurierten Festung befindet sich ein Besucherzentrum mit Exponaten zum Thema Heimatkunde, Archäologie und Kultur.
Nach den Osmanen besetzte Napoleon, anschliessend das Britische Reich die Hafenstadt. Diese Epochen sind in der Architektur erkennbar. Es herrscht ein bunt gewürfeltes Miteinander: Gebäude im britischen und französischen Stil des 19. Jahrhunderts reihen sich an Häusern mit islamischen baulichen Merkmalen, dazu kommen noch die antiken Bauwerke aus der römischen Zeit. Bemerkenswert ist, dass die Überreste längst vergangener Kulturen dem Zahn der Zeit doch relativ unversehrt widerstanden haben. Neben all diesen Erinnerungen an früher gibt es auch das moderne El Quseir, dessen enge Strässchen wie gemacht sind für farbenfrohe Basare, Cafes und Restaurants mit köstlichen Spezialitäten. Nicht zu vergessen sind die herrlichen Strände, in denen sich seit Neustem luxuriöse Hotelanlagen breit machen.
Es gibt natürlich auch Abenteuer, die nichts mit dem Meer zu tun haben. Westlich der Stadt wird ein solches angeboten, nämlich Wüstensafaris. Man fährt dabei entweder im Geländewagen oder auf Quadbike über weite Sandflächen hinaus in die Wüste, vorbei an Felsen und Oasen in Richtung Berge, bis man in einem Beduinendorf ankommt. Die nomadischen Wüstenbewohner heißen Gäste gern willkommen, und zwar auf ihre ganz eigene Art, dass heißt mit einem Ritt auf einem Wüstenkamel, Essen, Trinken und traditioneller Unterhaltung.
Wer sich ein besseres Bild von Ägypten machen will, kann eine kleine Reise nach Luxor oder Kairo einschieben. Beides sind Orte, die mit ägyptischer Hochkultur gleichgesetzt werden. Aber auch in der näheren Umgebung von El Quseir kann man über römische und antike ägyptische Überreste staunen.
Das Angebot von El Quseir ist unschlagbar - Wüste, Berge, Strände und die ganze Pracht der Unterwasserwelt an einem einzigen Tag.