Das kleine Formentera ist die südliche Nachbarinsel von Ibiza und ist ca. 90 Quadratkilometer gross. An ihrer schmalsten Stelle ist sie nur ca. zwei Kilometer breit und die weiteste Entfernung beträgt circa 20 Kilometer. Die rund 5.000 Einwohner der Insel leben fast ausschliesslich vom Fremdenverkehr, auch wenn sie noch zum Fischfang gehen und Ackerbau betreiben.
Im Osten ragt der auf einem Hochplateau stehende Leuchtturm von La Mola hervor. Das Plateau eignet sich wunderbar für ausgedehnte Spaziergänge. Im Nordwesten befinden sich die Salinen und Salzseen und die bekanntesten Strände und der südlichste Punkt der Insel ist das Cap de Berberia, wo sich ebenfalls ein Leuchtturm befindet. Es Pujols ist der grösste Ort der Insel mit den meisten Hotels. Allerdings ist hier weder eine Kirche noch ein richtiges Ortszentrum zu finden.
Dafür kann der Besucher hier jede Abwechslung und alle Annehmlichkeiten genießen, die man sonst auf der Insel nicht findet. Es gibt etliche Geschäfte, Bars, internationale Restaurants und Discotheken. Früher wohnten die Fischer hier, es gab nichts weiter als den alten Fischerhafen mit ein paar Bootsunterständen. Bei Einbruch der Dämmerung geniesst man auf der Strandpromenade die Nacht mit ihrem sternklaren Himmel und das rege bunte Treiben des Hippiemarktes, der täglich stattfindet.
Mitten auf der Insel liegt die Inselhauptstadt San Francesc de Formentera. Im Zentrum steht die im Jahre 1738 erbaute Wehrkirche. Bei Piratenüberfällen suchten früher die Bewohner Schutz hinter ihren festungsartigen Mauern. Im Ort gibt es zahlreiche Boutiquen, besonders schönen handgearbeiteten Silberschmuck und Restaurants sowie ein kleines heimatkundliches Museum.
Auf einem leicht erhöhten Platz steht die Kirche des Ortes San Ferran de ses Roques. Aber bekannter ist der Ort durch die Fonda Pepe, Spaniens bekannteste Kneipe, in der ein Stück Vergangenheit überlebt hat. Noch heute trifft sich hier ein bunt gemischtes und internationales Völkchen. Mittelpunkt des Hochplateaus ist El Pilar de la Mola. Links und rechts ein paar Häuser. Hier bekommt man den berühmten Schafskäse und Pullover aus Formentera-Schafswolle. Landschaftlich sehr reizvoll ist die Gegend um Es Calo, die sanft ansteigt und, sobald man an Höhe gewonnen hat, einen herrlichen Blick auf die weiten Strände der Nord- und Südküste freigibt.
Info: Formentera ist die zweitkleinste bewohnte Insel der Balearischen Inseln. Formentera besitzt ein gemäßigtes subtropisches Klima und ist die wärmste und trockenste Insel der Balearen mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von etwa 18 C. Die Zahl der Unterkünfte ist begrenzt, da der Insel im Gegensatz zu andern Balearen-Inseln ein rücksichtsloser Bauboom erspart blieb. Bis heute sind die Strände größtenteils nicht verbaut und man konzentrierte die touristische Infrastruktur auf den Ort Es Pujols und ein paar wenige Anlagen an der Platja de Mitjorn. Formenteras Strände gehören mit ihrem hellen Sand und dem türkisfarbenen und glasklaren Wasser zu den schönsten des Mittelmeeres.
Anreise: Da Formentera keinen Flughafen besitzt, landet man in Ibiza. Von dort geht es per Taxi oder Bustransfer zum Hafen, wo die Fähre wartet. Mit dem Tragflügelboot dauert die Überfahrt ca. 35 Minuten bis La Savina, dem einzigen Hafen auf Formentera. Hier werden auch die Handelsgüter der Insel verschifft. Mit dem normalen Fährschiff dauert die Überfahrt etwas mehr als eine Stunde.

