Gerade hat es noch geblitzt und gedonnert, doch der Wind hat die dunklen Wolken schnell verjagt. Schon scheint wieder die Sonne, werden die Stühle vor die Cafés gestellt. Palma de Mallorca im Winter ist nicht wiederzuerkennen. Kein Gedränge, kein Geschiebe. Selbst die Flaniermeilen sind fast menschenleer. Kein Souvenirladen, kein Kartenständer verstellt den Blick. Mit einem Male sind sie zu sehen, die kleinen Geschäfte mit Kunst statt Kitsch. Handgewebte Ikatstoffe und Schalen aus Olivenholz reizen zum Kauf.
Die Feinkostläden quellen über mit Würsten, Käse, selbstgemachter Konfitüre und Honig. Es ist die richtige Zeit für einen Bummel durch die schmalen Gassen. Abweisend die alten Stadtpaläste. Hohe Mauern, geschlossenen Fensterläden halten alles Fremde fern. Dann tut sich Ungeahntes auf: hinter schmiedeeisernen Toren verborgen, liegen ruhige Innenhöfe. Es sind kleine Oasen mit Blumen, Pflanzen und Brunnen. Leise plätschert irgendwo Wasser. Zeit sollte man sich nehmen, nicht alles offenbart sich auf den ersten Blick.

