22.09.2003

Wirtschaftliche Perspektive Südafrikas

Vom Rohstofflieferanten zum Wirtschaftszentrum

Südafrika
Alle wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungs- Programme Südafrikas sind durch die hohe Arbeitslosigkeit stark belastet. Gründe für die fehlenden Arbeitsmöglichkeiten sind u.a. Rationalisierungsmassnahmen in den Betrieben, Kapitalabflüsse, und nicht zuletzt die rasante Bevölkerungszunahme und mangelhafte Ausbildung, vor allem der farbigen Bevölkerung. Trotz allem ist die südafrikanische Wirtschaft die am besten entwickelte des Kontinents. Die neue Regierung strebt wirtschaftliche Reformen an, dies aber mit schleppendem Erfolg. Als man vor 130 Jahren begann, Gold und Diamanten abzubauen, hielt man dies für die unerschöpfliche Quelle des Reichtums. Die Ausbeutung der Minen und die ständig fallenden Weltmarktpreise haben jedoch zu einem starken Einbruch auf dem Goldsektor geführt. Wenngleich der Abbau stark zurückgegangen ist, gehört Südafrika weiter zu den führenden Förderländern von Gold, Diamanten und anderen mineralischen Rohstoffen wie Platin, Vanadium, Chromerz, Manganerz, Antimon, Asbest, Titan, Eisenerz und Kohle.
 

Neben dem Gold wurde die Steinkohle zum zweitwichtigsten Bergbauprodukt. Während das Gold und die Diamanten ausschliesslich für den Export abgebaut werden, geht ein grosser Teil der geförderten Kohle zur Verstromung ins Inland. Eine Ausfuhr von 60 Millionen Tonnen jährlich macht Südafrika aber auch zu einem der führenden Kohle-Exporteure weltweit. Gewinnträchtig für den Export ist die Platingewinnung. Platin wird u.a. bei der Katalysatorenherstellung verarbeitet. 90% der Welterzeugung wird von Südafrika produziert.

 

Strauße in Südafrika
Bevor man begann Gold abzubauen, war Südafrika ein reines Agrarland. Noch heute hat Südafrika auf dem Gebiet der Landwirtschaft in einigen Gebieten die höchste Produktivität vorzuweisen. Die wichtigsten Produkte sind Mais, Weizen, Obst, Wein, Gemüse, Zuckerrohr und Kartoffeln. Geflügel steht bei den tierischen Produkten an erster Stelle, gefolgt von Rind- und Schaffleisch, Eier, Milch und Wolle. Für die Textil- und Lederindustrie sind die landwirtschaftlichen Erzeugnisse als Ausgangsbasis sehr wichtig.

 

Weitere Industriezweige in Südafrika sind neben dem Bergau und der Lebensmittelverarbeitung die Fahrzeugendmontage, der Maschinenbau, Chemikalien, Düngemittel, Kautschukprodukte, sowie die Eisen- und Stahlproduktion. Neue, sich entwickelnde Bereiche wie z.B. der Tourismus leisten zunehmend einen erheblichen Anteil zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Der Tourismus fördert Deviseneinnahmen und die Schaffung von Arbeitsplätzen im Dienstleistungssektor. Augenblicklich leistet die Tourismusbranche bereits einen Beitrag von 8% zum Bruttoinlandsprodukt. Mit gezielten Kampagnen und massiver Werbung ist die Regierung bestrebt, den Fremdenverkehr verstärkt zu fördern und zu unterstützen.

 

Letzte Änderung: 22.09.2003
Medien (diese Seite): jut
Autor: jut

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