09.03.2004

Wirtschaft und Tourismus in Tunesien

Das nordarikanische Vorreiterland entwickelt sich

Dattelpalmen
Tunesien ist eines der aufgeschlossensten und höchstentwickelten Länder Nordafrikas. Es zählt zu den Schwellenländern (ökonomisch zwischen der dritten Welt und den reichen Industriestaaten). Seit der Unabhängigkeit (1957) wurde auch Tunesien von den verschiedenen Weltwirtschaftskrisen getroffen, was häufig zu einer Instabilität der Wirtschaft führte. Erst nach der sogenannten Couscous-Revolution 1984 erlangte das Land eine gewisse Stabilität, wenngleich ein starkes Verteilungsgefälle zwischen Nord- und Südtunesien sowie zwischen Stadt und Land besteht.

 

Die hohe Arbeitslosigkeit der letzten Jahre versucht man heute durch die Vergabe von zinsgünstigen Krediten an Kleinbauern einzudämmen. Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes. Wichtigstes Produkt ist das Olivenöl. Tunesien zählt zu den grössten Olivenölexporteuren der Welt. Heute versucht man durch den Bau von Staudämmen und Bewässungsanlagen die Landwirtschaft noch ertragreicher zu machen.

 

Durch steuerliche Anreize (Zollbefreiung, Steuernachlässe) versucht man Investoren zu gewinnen. Die vorherrschende Industrie besteht jedoch zu 90 % aus Klein- und Mittelbetrieben. Hier spielt das traditionelle Handwerk, vor allem die Herstellung von Teppichen, die Lederverarbeitung und Schmuckherstellung sowie Töpferei, eine grosse Rolle.

 

Kinder reiten auf Kamel
Mitte der 60er Jahre öffnete sich das Land dem Tourismus und der daraus resultierende Bauwahn scheint kein Ende zu nehmen. Im Hotel-, Bau- und Reisegewerbe sind jedoch auch unzählige Arbeitsplätze geschaffen worden.

 

Der Golfkrieg brachte Tunesien 1991 einen starken Rückgang der Touristenzahlen und einen grossen wirtschaftlichen Einbruch. In den letzten Jahren bemühte sich Tunesien um so mehr um einen weiteren Ausbau des Fremdenverkehrs und versuchte, dem Image eines Billigtourismuslandes mit alternativen Tourismuskonzepten entgegenzusteuern.

 

Letzte Änderung: 09.03.2004
Medien (diese Seite): yvbi
Autor: yvbi

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