Geistreiches Großbritannien
Unheimliche Begegnungen
Wenn Besuchern ein Schauer über den Rücken läuft, liegt das nicht unbedingt am britischen Wetter. Denn bekanntlich spukt es auf der Insel und das schon seit Jahrhunderten. Dabei fühlen sich die Geister nicht nur in altem Gemäuer wohl. Auch von modernen Neubauten ist der Besuch aus dem Jenseits begeistert. Ein echter Brite - sei er nun tot oder nicht - liebt auch das Pub. Unheimliche Begegnungen sind nicht nur den Konsumenten geistiger Getränke vorbehalten. Selbst nüchterne Menschen gaben schon einmal an, einen Geist gesehen zu haben.
Das Old Ferry Boat Inn in Holywell in der Grafschaft Cambridgeshire ist eines der ältesten Gasthäuser in England. Seine Geschichte reicht über 1.000 Jahre zurück. Inmitten der Bar markiert ein Stein das 900 Jahre alte Grab von Juliette Tewsley, die sich an einem nahen Weidenbaum erhängte. Schuld war ein ansässiger Holzfäller, der sie zurückgewiesen hatte. Immer wieder kehrt ihr Geist zurück, um zu jammern, zu klagen und mit Fingern auf ihr Grab zu deuten.
Auch in Londons Wilton Row spukt es. Dort ist es das Grenadier, welches regelmäßig heimgesucht wird. Einst pflegten Offiziere des Duke of Wellington an diesem Ort ihre Trinkkultur. Einer der Offiziere nahm es beim Spielen nicht ganz so genau mit der Wahrheit. Die anschliessende Diskussion musste der Spielverderber mit dem Leben bezahlen. Seine Anwesenheit macht sich durch unheimliche Schemen, Schatten und unerklärliche Ereignisse bemerkbar. Zum Glück bietet die Kneipe auch schnellen Trost für alle Heimgesuchten: Der Pub serviert die beste Bloody Mary Londons.
Wer ohne einen ordentlichen Schock nicht schlafen kann, sollte sich einen so genannten Ghost Walk antun. Diese Rundgänge führen an verschiedene Stellen in den betreffenden Städten, wo Geister ihr Unwesen treiben oder unerklärliche Phänomene gesichtet wurden. In mittelalterlichen York scheinen die Geister besonders aktiv zu sein. Gleich fünf verschiedene Anbieter von Ghost Walks konkurrieren dort miteinander. Auch in Edinburgh lohnt die Teilnahme an einem der Geister-Spaziergänge: Mit einem Glas schottischen Single Malt lässt sich jeder Schrecken ertragen.
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