10.05.2005

Von Ferrara bis zur Lagunenstadt Comacchio

Der Mountainbiketipp

Landschaft im Po Delta

 

Der von einem Wassergraben umgebene Burgpalast Castello Estense mitten im Zentrum lässt die einstige Bedeutung der norditalienischen Stadt Ferrara erahnen. Doch die Anlage diente nicht nur dem Schutz gegen Angreifer, sie sollte auch die wegen ihrer Ausbeutung murrenden Untertanen von den Herrschenden fernhalten. Heute arbeitet in dem Palast die Stadtverwaltung, und Besucher können sich auch sonntags ein Fahrrad ausleihen. Auf den Straßen geht es etwas geruhsam zu. Denn hier bestimmen Fahrräder das Tempo.

 
Radfahrer im mittelalterlichen Ferrara
So wundert es niemanden, dass die Stadtführerin den Rundgang mit dem Fahrrad absolviert. Die Tour führt an der fast neun Kilometer langen Stadtmauer entlang, auf einer breiten Straße mitten durchs Zentrum. Im Süden liegt das Gassen- und Häusergewirr des mittelalterlichen Ferrara, im Norden die Renaissancestadt mit geraden, rechtwinklig angelegten Straßen, die von Palästen umsäumt werden. Seit 1955 ist Ferrara Unesco Weltkulturerbe.

Die Architekten verbanden hier behutsam Altes mit Modernem, rekonstruierten nach den

schweren Kriegsschäden und ließen dabei der Stadt ihren Charakter. Das Hinterland der Emilia Romagna hat gut ausgeschilderte Radwege. Man radelt durch flaches, von Wasserläufen durchzogenes Land. Und wenn es doch zu anstrengend wird, in den Sommermonaten verkehren Busse, die für den Fahrradtransport ausgestattet sind. Hinter dem Gelände der Abtei von Pomposa, in der Ebene des Po Deltas, beginnt das Tor zum ländlichen Italien. Das Klosterzentrum, wo der Mönch Guido die Musiknoten erfand, strahlt Ruhe und Behaglichkeit aus.

 

Radfahrer im Po Delta

Es ist ein idealer Startpunkt für verschiedene Touren. Große Strecken führen oberhalb des Dammes entlang. Der Fluß, der sich hinter dem Damm dahinschlängelt, ist von Schilfrohr umsäumt. Ein Fischerhaus ist jetzt eine Gaststätte, wo es frisch gefangenen und geräucherten Aal gibt. Immer am Fluß entlang, folgen Fischerhäuser, mit großen Waagenetzen, die am Ufer aufgereiht sind. Bald spürt man salzige Luft. Die Mündung des Flusses kreuzt sich mit den Ausläufern des Meeres, wo Pinien, Steineichen und Tamarix wachsen. Dann ist es nicht mehr weit bis Comacchio.

 

Das malerische Fischerstädtchen liegt rund 55 Kilometer südöstlich von Ferrara an einer Lagune und ist der Hauptort der heute zum größten Teil trockengelegten Sumpflandschaft Valli di Comacchio. Wie Venedig, nur etwas kleiner, wurde der Ort auf Inseln erbaut. Aber genauso romantisch wird man dort von Fischern in einem Boot über das Wasser gestakt.

 

Letzte Änderung: 10.05.2005
Medien (diese Seite): hdln
Autor: hdln

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