Tunesien - traditionell und modern
Die tunesische Bevölkerung und ihre Kultur
Der äusserste Süden der Sahara ist vollkommen unbesiedelt. In der Hauptstadt Tunis leben 850 Einwohner pro Quadratkilometer. Es herrschen starke regionale Besiedlungsunterschiede, was zum Teil klimatische Ursachen hat und zum anderen Teil darauf zurückzuführen ist, dass seit einigen Jahrzehnten gewinnbringende, exportorientierte Landwirtschaft statt Selbstversorgung betrieben wird. Modernste Maschinen ersetzen die menschlichen Arbeitskräfte und führen besonders bei jungen Menschen zur Landflucht.
95% der Gesamtbevölkerung sind Araber und arabisierte Berber. Die Berber waren die ursprünglichen Bewohner Tunesiens, wenngleich ihre Abstammungsgeschichte recht unerforscht ist. Fest steht, dass es sich bei den Berbern um ein Nomadenvolk handelt, das aus verschiedenen Stämmen hervorgegangen ist. Man sagt ihnen nach, dass sie sehr selbstbewusst und geschäftstüchtig sind. So kam es in der Vergangenheit zu ständigen Auseinandersetzungen mit den verschiedenen Eroberern. Durch das überlegene römische Militär, später durch arabische und türkische Eroberer wurden sie vorerst in den Süden zurückgedrängt und dann im 7. Jahrhundert arabisiert und islamisiert .
Dort haben sie sich ganz den schwierigen klimatischen Verhältnissen angepasst und ihre eigene Baukunst entwickelt. Die Großfamilien lebten in Höhlenwohnungen, die in zwei Typen unterschieden werden können: Der Schachttyp verläuft unterirdisch, den Hangtyp findet man an Berghängen. Heute leben nur noch vereinzelte Familien in dieser, von tunesischen Behörden als rückständig angesehenen Behausung. Lediglich für touristische Zwecke werden die Berberhöhlen erhalten.
Die islamische Kultur prägt den tunesischen Alltag. Die Suren des Korans bilden den Lebensmittelpunkt der Moslems. So findet man im Zentrum der Medina (Altstadt) die Hauptmoschee (jami), um die sich die wichtigsten sozialen Geschäfte gruppieren. Von Nichtmoslems dürfen die Gebetsräume nicht betreten werden. In anderen Bereichen hat sich die islamische Welt auch der modernen Zeit geöffnet. So ist z.B. die strikte Trennung zwischen Männer- und Frauenwelt besonders durch die junge Generation gelockert worden. Die Mehrehe ist verboten und Ehescheidungen sind möglich geworden.
Um die Sunna, die die Handlungsweisen und Bräuche der Moslems zusammenfasst, besser verstehen und nachvollziehen zu können, sollte man sich ein wenig mit der islamischen Lehre vertraut machen. Auch ein paar arabische Worte im Reisegepäck können nicht schaden, will der Reisende den Menschen ein wenig näher kommen. Vielleicht wird man auch 'in das ein oder andere Geheimnis eingeweiht'. Es heisst, wenn Du ein islamisches Land bereist, dann öffne die Augen und schliesse deinen Mund. Ma‘ as-salama!
Urlaub wie Sie ihn planen