Masada - symbolische Stätte des jüdischen Volkes
Ort der Zuflucht, des Widerstandes und des Gedenkens
37 - 31 vor Christi ließ Herodes hier eine Festung erbauen, die ihm als Zufluchtsort vor zukünftigen Widersachern dienen sollte. Neben einer 1.300 Meter langen Befestigungsmauer, Palästen und Vorratsräumen errichtete Herodes ein gut entwickeltes Wassersystem, das trotz der Wasserknappheit der Region alle Ritualbäder, Schwimm- und Badehäuser auf dem Plateau mit Wasser versorgte. Eines der Badehäuser ist noch gut erhalten und gibt mit seinem Heißluftraum, den Mosaiken, farbigen Fliesen und Fresken Zeugnis der hohen Entwicklung der damaligen Baukunst. Nach Herodes Tod blieb eine römische Garnison auf Masada bestehen, die im Jahre 66 nach Christi, zu Beginn des großen Aufstandes der Juden gegen die Römer, von jüdischen Aufständischen erobert wurde.
Bis zum Jahr 70 nach Christi fanden hier Juden nach der Zerstörung des zweiten Tempels in Jerusalem Zuflucht. Drei Jahre später belagerten die Römer mit einem Heer von 10.000 - 15.000 Mann dieses letzte Bollwerk der Aufständischen, die ihrerseits nur 967 Menschen - Männer, Frauen und Kinder - zählten.
Julius Flavius beschreibt das Ende von Masada detailliert: "Dann wählten sie durch das Los zehn Männer aus, die alle Übrigen töten sollten. Und sowie diese furchtlos ihres Amtes gewaltet hatten, da ließen sie das Los in gleicher Weise über sich selbst entscheiden: Wen es traf, der sollte die übrigen neun und am Ende sich selber töten. Als die Römer am nächsten Tage durchbrachen da überkam sie keine Freude, sondern es erfasste sie Bewunderung für den großartig kühnen Entschluss und für die unbeugsame Verachtung des Todes, wie sie diese vielen Menschen durch ihre Tat gezeigt hatten." Für das jüdische Volk ist Masada heute ein Symbol des Widerstandes, weniger gegen eine Übermacht im Speziellen als der Wiederstand der Schwachen gegen die Starken im Allgemeinen. Alljährlich werden hier die jungen israelischen Soldaten mit dem Gelübde "Masada wird kein zweites Mal fallen" vereidigt.
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