Die Pyramiden von Albajrawia
Zeugnisse einer hochentwickelten Kultur
In der Einsamkeit der nubischen Wüste stört kein Touristenrummel, stören keine Souvenir-Stände oder abendlichen Lightshows die letzte Ruhestätte der Könige und Königinnen von Meroe. Mit der einsetzenden Dunkelheit ist man alleine in der unendlichen Weite der nubischen Wüste, unter sternklarem Himmel, nur begleitet vom Pfeifen des Windes.
Die Grabpyramiden von Albajrawia, rund 200 Kilometer nördlich von Khartum, gelten als "Friedhof" der Stadt Meroe, jener Stadt, die um 500 v.Chr. Napata als Hauptstadt des Reiches Kusch ablöste. Die Ruinen der Stadt lassen auf eine hochentwickelte Kultur schließen, in der man bereits das Schmelzen und Verarbeiten von Eisen kannte. Die Meroiten entwickelten ebenfalls ein eigenes Schriftsystem, das bis heute noch nicht völlig entschlüsselt ist.
Das Reich Kusch, das zu seiner Zeit zu den politisch einflußreichsten Mächten der Erde zählte, währte über 1.300 Jahre. Trotz der vielen großartigen Bauwerke, die man noch heute überall im Norden des Sudan, entlang des Nils findet, ist wenig bekannt über diese Epoche und seine Regenten, die für kurze Zeit sogar das ägyptische Kernland beherrschten und die 25. Dynastie, die Dynastie der "schwarzen Pharaonen" begründeten. Erst mit der Invasion der Axumiten und der anschließenden Christianisierung des Sudan zerfiel das Reich Kusch und versank schliesslich in Bedeutungslosigkeit.
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