Türkische Ägäis
Am Traumstrand von Kleopatra
Der Sage nach verbrachten hier die Herrscherin und der römische Imperator Marcus Antonius ihre Flitterwochen. Später diente die Insel der Königin als Refugium mit Palast, Tempel- und Sportanlagen. Bis heute berühmt ist das Eiland für seinen einzigartig feinen Sand des Kleopatra-Strandes. Ihr Gatte scheute keinen Aufwand und ließ tonnenweise Korallensand von den Gestaden des Roten Meeres heranbringen, um seiner Gemahlin zu schmeicheln.
Wer seinen Fuß auf den Strand setzt, ahnt auch heute noch, wie sich Kleopatra vor rund zwei Jahrtausenden gefühlt haben dürfte. Wohl auch deshalb ist es untersagt, Sand als Souvenir mitzunehmen.
Wer nicht nur nahe am Wasser auf den Spuren der legendären Königin wandeln möchte, kann manches Zeitzeugnis vergangener Kulturen entdecken: Reste antiker Bauwerke vom Theater bis zur griechischen Stadtanlage sind ebenfalls zu sehen. Die Insel im Golf von Gökova wurde übrigens nach den hier wachsenden Zedern benannt, die sich wegen ihrer hohen Haltbarkeit besonders zum Bootsbau eignen.
Zentrum aller Aktivitäten ist das malerische Viertel rund um den Hafen mit seinen weiß getünchten Häusern, den Bars, Restaurants, Shops und Boutiquen. Besonders reich ist das Angebot an traditionellem Kunsthandwerk. Die Palette ist gleichermaßen groß wie originell und reicht von Leder- und Häkelarbeiten bis zu Schmuck, Bildern und Antiquitäten. Handgewebte Stoffe von bemerkenswerter Qualität gibt es an sechs Tagen in der Woche auf den bunten Obst- und Gemüsemärkten.
Nicht nur bei Abergläubischen beliebt: Der nazar boncugu genannte himmelblaue Glasstein, der zuverlässig Unheil abwehren soll. Bereits im alten Ägypten war man überzeigt, dass das "blaue Auge" seinen Besitzer schützt. Weil angeblich alles Neue besonders gefährdet ist, heften auch noch viele türkische Mütter ihren Kindern ein nazar boncugu an das Hemdchen. Zerbricht die Perle, hat sie ihren Zweck erfüllt, und wird durch eine neue ersetzt.
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