Würdige Hauptstadt Großbritanniens
Auf den Spuren des Britischen Empires
Als die Römer den Süden der Insel von den Kelten erobern, gibt es eine Stadt in guter Lage an der schiffbaren Themse noch nicht, also gründen die Legionäre ihr Lager "Londinium". Als 800 Jahre später die Angelsachsen die Macht im Lande übernehmen, ernennen sie London zu ihrer Hauptstadt. Dasselbe tun auch die Normannen, die 200 Jahre später die Insel erobern. 1192 trotzt die mächtige Stadt dem König das Recht auf einen eigenen Bürgermeister (Lord Mayor) - und damit ein Stück Unabhängigkeit - ab - etwas, was den Adligen in England erst 1215 mit der Magna Charta gelingt.
Mit Heinrich VIII. und Elisabeth I. beginnt eine neue Zeit in England, London blüht auf und gedeiht. Mit dem Wachstum des Weltreiches wächst auch London und schafft sich quasi seine eigenen Kolonien, indem es reihenweise umliegende Dörfer eingemeindet. Die industrielle Revolution beginnt. Dies bringt Veränderung auch und vor allem in London, so z.B. fährt dort die erste U-Bahn der Welt im Jahr 1863. Der Reichtum des Empires wird zu grossen Teilen in London investiert, Prachtbauten und herrschaftliche Häuser entstehen. Als nach 1945 aus dem Empire das Commonwealth wird, kommen viele Bewohner der einstigen Kolonien nach London und fügen dem Stadtbild neue Facetten hinzu.
Viele dieser Entwicklungen merkt man London bis heute an. Ein Stadtzentrum, einen Mittelpunkt der Stadt wird der Besucher nicht finden. Zwar gibt es "The City of London", kurz City, als ältesten Teil der Stadt, doch residieren hier heute vor allem die grossen Banken, ausserhalb der Arbeitszeiten ist diese Gegend nahezu ausgestorben. Die Stadt London besteht aus 33 Stadtbezirken (boroughs), die alle ihre ganz eigene Struktur und auch ihr eigenes Zentrum haben, und zumeist aus den eingemeindeten Dörfern hervorgegangen sind. Zwischen diesen Boroughs gibt es bis heute grosse Unterschiede, was die Bevölkerungsstruktur angeht. Kensington und andere Nobelviertel kontrastieren mit dem East End und den immer schon ärmeren Stadtteilen südlich der Themse, hinzu kommen junge und ältere Szene-Viertel wie Soho, Chinatown oder auch Camden, die alle ihren ganz eigenen Ausdruck haben.
Anderswo in London zeigt sich das ehemalige Empire sehr lebendig. Überall in der Stadt gibt es Enklaven, in denen sich Kulturen aus allen Teilen der Welt nicht nur erhalten haben, sondern zu der ungeheuren Vielfalt der Stadt beitragen - mit Restaurants, Handarbeitsläden, Lebensmittelgeschäften und vielem mehr. So gibt es im East End viele Menschen, deren Wurzeln auf dem indischen Subkontinent liegen, in Notting Hill überwiegen karibisch-stämmige schwarze Bewohner, und Bayswater zeigt sich ausgesprochen arabisch. Zu Soho gehört China Town, welches seinem Namen mehr als gerecht wird. London wäre nicht London ohne all diese verschiedenen Kulturen.
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