22.09.2003

Stadt der Engel

Residenzstadt mit dem längsten Namen

Tempel in Bangkok
Als der thailändische König Rama I. 1782 seine Hauptstadt in den Ort Bangkok am Ufer des Chao Phraya verlegte, gab er der neuen Residenzstadt den längsten Namen, den jemals eine Stadt bekam:

"Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit".

 

Verständlich, dass der alltagsuntaugliche Name im täglichen Sprachgebrauch keine Verwendung fand und auf Krung Thep - die "Stadt der Engel" bzw. Bangkok abgekürzt wurde. Wenn sie auch diesem Attribut gerecht wird, ist die thailändische Hauptstadt darüberhinaus eine "Stadt der Gegensätze". Die Metropole wirkt gerade auf den westlichen Besucher verwirrend und überwältigend zugleich.

 

Einen ersten Eindruck bekommt der Besucher bei der Fahrt vom Flughafen oder Bahnhof über eine der grossen, teils autobahn-ähnlichen Hauptstraßen ins Zentrum der Stadt. Nicht nur zur Hauptverkehrszeit steckt dort das eigene Taxi bereits im Stau - zusammen mit zahllosen anderen Taxis, Autos, Lastwagen, Bussen und den berühmt - berüchtigten Tuk-Tuks, diesen dreirädrigen Motorradtaxis, deren Benutzung ein echtes Abenteuer darstellt. Als öffentliche Verkehrsmittel dienten lange Zeit vorrangig Busse, die auch mit dem angeblich grössten Liniennetz der Welt lediglich für Staus und Smog sorgen und sorgten. Mit der Fertigstellung der modernen Hochbahn sollen langfristig - Baubeginn war bereits Ende 1999 - die immensen Verkehrsprobleme verbessert oder sogar gelöst werden.

 

Tempel in Bangkok
Bangkok bietet neben Wolkenkratzern und Staus auch die positiven Aspekte des modernen Grossstadtlebens. So gibt es beispielsweise Kaufhäuser von beeindruckender Grösse, die eine Vielzahl von exklusiven Läden und weltbekannten Markengeschäften bergen. Liebhaber südostasiatischer Kunst und Kultur finden im mehrfach erweiterten thailändischen Nationalmuseum umfangreiche und erlesene Sammlungen an Bildnissen und Statuen, Kunsthandwerk, Waffen und Gebrauchsgegenständen. Direkt neben dem Nationalmuseum befindet sich das Nationaltheater, in dem heute vor allem klassische Stücke gespielt werden.

 

Neben und zwischen dem modernen Bangkok gibt es aber immer noch das alte, ursprüngliche Bangkok zu entdecken. Zwar wurden die meisten Kanäle, die früher als Verkehrswege dienten, inzwischen zugeschüttet, doch vermittelt vor allem Thonburi am Westufer des Chao Phraya noch ein Bild davon, wie es früher überall in der Stadt aussah. Kleine Holzhäuser direkt am oder über dem Wasser, Scharen von kleinen Booten, schwimmende Händler mit Bergen von Waren aller Art, dazwischen planschende Kinder und badende Erwachsene. In Thonburi liegt auch eines der sehenswertesten Museen von Bangkok - das Museum der königlichen Barken. Hier liegen einige der bis zu 45 Meter langen, reich geschmückten und vergoldeten Barken, mit denen der König in früheren Zeiten Prozessionen auf dem Chao Phraya abhielt. Heute ist dieses Schauspiel nicht mehr zu sehen. Das Museum liegt sehr versteckt in einem Wohngebiet, aber kleine Hinweistafeln weisen den Weg und hilfsbereite Anwohner helfen weiter.

 

Höhepunkt und Zentrum des alten Thailand sind die benachbarten Anlagen des Wat Po Tempelbezirkes und des von einer Mauer umgebenen Grossen Palastes mit seinen prächtigen und unverwechselbaren Gebäudekomplexen. Der Wat Po ist der grösste Tempel Thailands, auf dem Gelände der weitläufigen Anlage befinden sich grosse, bunt verzierte, geschmückte und vergoldete Tempelhallen, Säulengänge und Türme, die sogenannten Chedi. Prunkstück des Wat Po ist der liegende Buddha, eine 46 Meter lange und 15 Meter hohe vergoldete Statue, die in einer eigenen Halle ruht. Grösser noch als der Tempelbezirk ist der mehr als 250 Hektar umfassende Grosse Palast. Dieser enthält ebenfalls reich geschmückte Gebäude und Tempel. Die königlichen Gebäude sind teils im traditionellen, teils im europäischen Stil gehalten, und stammen aus der Zeit zwischen dem 18. und dem 20. Jahrhundert. Neben wirklich überwältigenden Eindrücken findet der Besucher hier trotz Touristenströmen eine Ruhe, die auf den Strassen des modernen Bangkok nur schwerlich anzutreffen ist.

 

Letzte Änderung: 22.09.2003
Medien (diese Seite): roku
Autor: roku

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