Slowenien: In Piran, Izola oder Koper direkt ins Mittelalter
Von der Sonne geküsst
Die Sonne scheint die malerischen Städtchen an der Adriaküste fast zu streicheln. Vielleicht ist sie ja auch ein bisschen in die Schönheit des Karstes verliebt, mit den knorrigen Olivenbäumen, den Weingärten und den Kirschhainen. Und tief unter den Wurzeln der Bäume erstreckt sich ein faszinierendes, dunkles Reich: In Slowenien gibt es über 6.000 Tropfsteinhöhlen.
Mit jedem Kilometer entdeckt man an der slowenischen Küste ein neues Abenteuerland. Wohl einzigartig ist das Kliff von Strunjan: Bis zu 80 Meter erhebt sich die größte Flyschwand an der Adriaküste. Die dicken Schichten aus Mergel und Sandstein stehen heute unter Naturschutz. Und nicht weit entfernt wartet die Schönheiten des slowenischen Istrien mit seinen malerischen Dörfern.
Ein architektonisches Bonbon ist die malerische Burg Predjama - inmitten einer 123 Meter hohen Steilwand scheint sie in der Luft zu schweben. Mit vier Stockwerken thront sie am Felsgestein - ebenso schlicht wie uneinnehmbar. Dieses ungewöhnliche Bollwerk wurde für einen Edelmann geschaffen: Der Legende nach hatte hier Ritter Erasmus sein Domizil. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Festung erst Ende des 16. Jahrhunderts, doch reicht ihre Historie bis ins 13. Jahrhundert zurück. Sie befindet sich nicht weit von den Höhlen von Postojna - den meistbesuchtesten Höhlen Europas.
Stalaktiten und Stalagmiten, weit verzweigte Höhlensysteme im Karstgestein: Von den insgesamt 6.000 Höhlen und Gängen in Slowenien sind zehn dieser Schatzkammern für Touristen zugänglich. In den 180 Jahren seit ihrer Erschließung haben mittlerweile 28 Millionen Menschen die berühmten Höhlen von Postojna besucht. Während man an einem von insgesamt sechs Eingängen bequem mit der Höhlenbahn hinein fahren kann, sind die anderen unterirdischen Gewölbe dieses Labyrinths eine echte Herausforderung für Abenteurer.
Darüber hinaus befindet sich in Slowenien die wahrscheinlich älteste touristisch erschlossene Höhle der Welt - die Vilenica bei Divaca. Bereits in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erkundeten die ersten Tropfstein-Touristen die unterirdischen Gewölbe. Die Grotten Skocjanske jame stehen sogar unter dem Schutz der UNESCO: Hier gräbt sich auf 1.400 Metern der Fluss Reka durch einen unterirdischen Canyon - bis zu 150 Meter tief ist die dunkle Schlucht. Und die Schönheiten der Grotte Krizna jama kann man im Lichte der Karbidlampen von Booten aus besichtigen.
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