02.10.2009

Palermo: Glanz und Patina

Die Kapitale Siziliens ist eine Stadt mit tausend Gesichtern

Wiege antiker Kulturen, arabische Kuppeln, Barockfassaden, normannische Festungen und englische Gärten: die Kapitale Siziliens ist eine Stadt mit tausend Gesichtern.

 

Palermo Italien Sizilien Kathedrale

 

Ob Eroberer aus dem kühlen Norden oder aus dem Nahen Osten: alle hinterließen unauslöschbare Spuren, wobei jede Nachfolger das künstlerische und kulturelle Erbe des Vorgängers assimilierte. Die vielen verschiedenen Einflüsse haben Palermo ein einzigartiges Antlitz verliehen. Die ideale Lage zwischen Orangen- und Zitronenbäumen, dem Meer und dem Vorgebirge des Monte Pellegrino wurde von den Phöniziern im achten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung entdeckt. Kurz darauf entstand hier einer der bedeutendsten Handelshäfen des Mittelmeers. Eben daher stammt auch der Name der Stadt, denn die Griechen nannten sie "Panormos", "ganz Hafen".

 
Palermo Italien Sizilien
Rund 600 Jahre später folgten die Römer, die die befestigte Stadt zu einem blühenden Verwaltungsstandort machten. In den folgenden Jahrhunderten beherrschten Wandalen, Ostgoten, Langobarden und Byzantiner das Terrain. Im Jahr 831 folgte die Eroberung durch die Araber, angeführt vom Emir von Tunesien Aghlabid. In der Folgezeit erlebte Palermo eine Epoche funkelnder Pracht. Noch heute sind die Moscheen und herrlichen Palazzi im dichten Gassengewirr rund um die Kalsa, die einstige Residenz des Emirs, zu bewundern.

 

Vom elften bis 13. Jahrhundert zählt Palermo zu den Hochburgen von Geist, Kultur und Aufklärung. Nach einer wechselvollen Ära gewinnt die Stadt erst wieder im 16. Jahrhundert etwas von ihrer einstmaligen Bedeutung zurück. Im Lauf des 16. Jahrhunderts prägt das spanische Königshaus mehr und mehr das Bild Palermos. Die Stadt wird in vier Stadtteile separiert, die jeweils an den Quattro Canti beginnen. Zudem verändert sich das architektonische Gesicht durch den Bau unzähliger neue Kirchen, Klöster, Paläste, Brunnen und Denkmäler.

In langen Jahren des Niedergangs, der Misswirtschaft und Korruption büßte die Stadt viel von ihrem Glanz ein. Doch seit einiger Zeit wird der besondere historische und künstlerische Reichtum wiederentdeckt. Antike Palazzi werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wie Palazzo Ziino, der nach der Restaurierung heute für Ausstellungen und als Multimediazentrum dient. Und die prächtige Uferpromenade blickt auf eine der faszinierendsten Buchten des Mittelmeeres. Ein Muss ist der Besuch im Al Ferro di Cavallo in der Via Venezia. In der seit 1944 bestehenden Trattoria gibt es die berühmtesten Gerichte der hiesigen Küche.

 

Letzte Änderung: 02.10.2009
Medien (diese Seite): fabi
Autor: fabi

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