10.03.2000

Hunderte Fischarten leben im Malawi See

Paradies für Taucher und Wassersportler

Malawi-See
Es ist Regenzeit in Malawi. Graue Wolkendecken schieben sich über den See, bis man schliesslich nicht einmal mehr die Hand vor Augen sieht. Nicht viel anders als ein typischer grauer Wintertag in Deutschland - so scheint es fast. Am nächsten Morgen lichtet sich der Nebel langsam und gegen Mittag endlich gibt er den Blick frei auf den Malawisee, der mit seinen klaren, warmen Fluten friedlich zwischen den Hügeln liegt. Vereinzelt schaukeln auf den Wellen die Einbäume der Fischer.

 

Mit einer Länge von 570 Kilometern und einer Breite von bis zu 80 Kilometern, ist der Malawisee das drittgrösste Binnengewässer Afrikas. An manchen Stellen, wie etwa vor der Nkhata Bay, ist er über 700 Meter tief. David Livingstone, der im Jahre 1859 als erster Europäer die Ufer des Sees erreichte, gab ihm den Namen Nyassa-See, nach dem einige Jahre später, 1907 auch britische Kolonie benannt wurde: Nyassaland. Am 13. August 1914 fand hier, auf dem Nyassa- See das erste Seegefecht des Ersten Weltkrieges statt. Der Kapitän des britischen Kanonenbootes "Guendolen", erbeutete dabei die "Hermann von Wissmann", ein Kanonenboot der deutschen Kolonialmacht in Tanganjika (Deutsch-Ostafrika), die von da an ihren Dienst als "King George" unter britischer Flagge versehen musste.

 

Heute ist der See die Hauptattraktion Malawis. Jährlich zieht es Tausende von Wassersporttouristen hierher, denn der Süsswassersee, mit seinem einzigartigen Fischreichtum ist ein beliebtes Taucherparadies. Über 500 verschiedene Fischarten bevölkern den See, 350 von ihnen sind endemisch und manche kommen sogar nur in einer einzigen Bucht vor.   

 

Malawi-See
Die wohl bekanntesten Sorte sind die Mbuna, wie die Einheimischen sie nennen. Diese kleinen gelben, blauen, schwarzen oder auch buntgestreiften Fische, die man in großen Schwärmen überall an den Felsen findet, sind bei Aquariumbesitzern sehr beliebt und werden in alle Welt exportiert.Die Bedeutung des Sees für den Tourismus war auch der Hauptgrund, weshalb die malawische Regierung jahrelang die Existenz von Bilharziose im Malawisee verschwieg - vielmehr sogar behauptete, der See sei frei von Bilharziose. Erst vor einigen Jahren wurde bekannt, das definitiv Ansteckungsgefahr besteht, wenn sie auch in weiten Teilen als gering bis nichtexistent eingeschätzt wird. Bilharziose ist eine chronische Infektionskrankheit durch den Befall eines Parasiten, dessen Larven sich durch die menschliche Haut bohren und dort zum Wurm heranwachsen. Ohne Behandlung kann sie, durch entstehende Blutarmut, tödlich verlaufen. So gefährlich sich dies auch anhört, so einfach kann man heute die Bilharziose jedoch auch mit Tabletten behandeln - wenn man sie früh genug erkennt.

 

Es sind wohl eher die Krankheiten wie Bilharziose oder Malaria, die man zu den "Gefahren" Afrikas zählen sollte. Oft liegt die Gefahr der Krankheiten aber in der Unachtsamkeit der Reisenden selbst. Informiert man sich im Vorfeld, trifft vorbeugende Massnahmen bzw. sucht umgehend bei entsprechenden Symptomen einen Arzt auf, so ist man auch in Afrika relativ sicher unterwegs.

 

Letzte Änderung: 10.03.2000
Medien (diese Seite): kihi
Autor: kihi

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