Sahara: Die Wüste der Wüsten
Gleißendes Sonnenlicht, das vom Sand reflektiert wird
Gleißendes Sonnenlicht, das vom Sand reflektiert wird, Abendrot über den Bergen, ungewöhnliche Felsformationen, grüne Oasen inmitten der Einöde, die unglaubliche Weite des Himmels. Spektakuläre Landschaften, geformt von Naturgewalten, still, einsam und scheinbar unendlich: die Sahara, eine der faszinierendsten Regionen der Welt.
Vom Atlantik bis zum Roten Meer und vom Mittelmeer bis zum Sudan - die größte Wüste der Erde erstreckt sich über neun Millionen Quadratkilometer und misst in West-Ost-Richtung rund 5.500 Kilometer. Die Niederschlagsmengen sind gering, die Temperaturen hoch und Winde häufig. Herr über dieses riesige Gebiet ist die Sonne, die im violetten Morgengrauen aufgeht. Die Tuareg sagten, das Gestirn versinke jeden Abend hinter dem Horizont im Meer, dem es am nächsten Morgen mit Tropfen übersät wieder entsteige, und solange diese nicht getrocknet seien, sei die Luft noch frisch.
Die Sonne leuchtet hier mehr als 3.400 Stunden pro Jahr. Zum Vergleich: in Deutschland scheint sie kaum mehr als die Hälfte der Zeit. Auf dem glühend heißen Boden des Borkou-Plateaus im Tschad wurde die Rekordtemperatur von 72 Grad gemessen. Die höchsten Lufttemperaturen maßen Forscher im algerischen Timimoun: 54,4 Grad. Luftspiegelungen über den stark aufgeheizten Bodenflächen lassen Trugbilder entstehen, so genannte Fata Morganas, die den Eindruck erwecken, ein großer See breite sich aus.
Wenn es regnet, dann handelt es sich zumeist um heftige Schauer, die den Boden auswaschen. Die seltenen Sturzregen lösen wahre Fluten aus, die äußerst gefährlich werden können. Ein grandioses Naturschauspiel, wenn sich innerhalb weniger Augenblicke der Himmel verdunkelt und die tosenden Wassermassen herabstürzen, wenn ausgetrocknete Flussbetten sich in grollende Ströme verwandeln und alles mitreißen, was sich ihnen in den Weg stellt.
Die größte Wüste der Welt zog auch den vielfach preisgekrönten Fotografen Philippe Bourseiller in seinen Bann. In den vergangenen vier Jahren brach er zu unzähligen Expeditionen auf, um die geheimnisvollen Effekte von Licht und Schatten und die Vielfalt dieser Region festzuhalten. Reflexionen der Sonne im Sand, das Abendrot über den Bergen, grüne Oasen inmitten der Einöde, die unglaubliche Weite des Himmels und archäologische Ausgrabungen - Bourseillers Aufnahmen zeigen die vielen Gesichter der Wüste der Wüsten. Versammelt sind sie in "Sahara", einem prachtvollen Fotoband von imposanten Ausmaß und Gewicht, der zeigt, dass diese einzigartige Region unseres Planeten viel mehr zu bieten hat als Sand und Steine.
Philippe Bourseiller: Sahara (424 Seiten, 190 farbige Abbildungen, dazu Essays und sachkundige Texte. Gebunden, 28x36 Zentimeter, Knesebeck-Verlag)
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