22.09.2003

Pinguine am Kap der guten Hoffnung

Boulder Beach bei Simonstown

Kap der guten Hoffnung
Wir verlassen Kapstadt gen Süden, in Richtung Kap der guten Hoffnung. Ab Muizenberg folgt die Strasse dem Küstenverlauf. Den kurzen, flachen Landstrich nutzend, schmiegt sie sich förmlich an die 500 bis 600 Meter hohen Berge. Müsste sie sich diese Strecke nicht mit der Eisenbahn teilen, wäre es sicher eine der schönsten Strassen, die es überhaupt gibt.

 

Zur rechten Seite blickt man gegen die hohen, über und über mit exotisch anmutenden Pflanzen bewachsenen Berge, zur linken sieht man auf das glasklare Wasser der False Bay, wo man zu dieser Jahreszeit mit etwas Glück von der Strasse aus Wale und Robben beobachten kann. Vorbei an kleinen Dörfern, die mit ihren Holzhäusern britischen Seebädern ähneln, zieht sich die Strasse bis hinunter an das Kap der guten Hoffnung. In Simonstown biegen wir auf den Parkplatz des Boulder National Parks ab. Die Attraktion des kleinen Parks erkennt man gleich an der Einfahrt zum Parkplatz. "Achtung Pinguine" warnt ein Strassenschild und andere Schilder fordern den Besucher auf "Before leaving, please ensure that there's no Penguin under your car!" 

 

Der Jackass oder Afrikanische Pinguin gehört zu den bedrohten Tierarten der westlichen Kap-Provinz. Die Population dieser Tierart fiel in den letzten hundert Jahren um 90%. Boulder Beach ist eine der nur drei Kolonien, in denen die Zahl der Tiere wieder steigt.

 

Pinguine im Boulder National Park

1983 fand man hier, unter den Büschen des Boulder Beach zum ersten Mal zwei brütende Pinguinpärchen. Für die Tiere scheint der Strand ein idealer Brutplatz zu sein. Bereits 1994, nur vierzehn Jahre später, zählte die Kolonie über 2.350 erwachsene Tiere. Die Pinguine selber scheinen sich von den Besuchern indes kaum stören zu lassen. Sie lassen sich genüsslich, halb in ihren Bruthöhlen liegend, von der Sonne bescheinen, turteln mit ihrem Pinguinpartner herum, stolzieren durch die Gegend oder stehen einfach nur stundenlang völlig unbeweglich herum.

 

So träge und tolpatschig sie an Land anmuten, so flink sind sie im Wasser. Auf der Suche nach Nahrung können Pinguine bis zu 130 Meter tief tauchen und kommen dabei auf erstaunliche Geschwindigkeiten. An den beiden Stränden Boulder und Foxy Beach, innerhalb des Nationalparks, können wir uns völlig frei zwischen den Tieren bewegen - nur das Hauptbrutgebiet ist ein wenig von den Besucherströmen abgetrennt, um den Tieren die nötige Ruhe zu sichern.

 

Letzte Änderung: 22.09.2003
Medien (diese Seite): kihi
Autor: kihi

Beiträge zu " Südafrika - Kap-Region "

 

Drucken