07.11.2009

Infektion: Schach der Malaria

Wohl dem, der in seiner Reiseapotheke Medikamente gegen Malaria hat

Strand und mehr: Jedes Jahr fahren Tausende Urlauber der Sonne entgegen. Afrika, Südamerika und Asien sind längst beliebte Ferienziele. Nicht immer ganz ungefährlich. Wohl dem, der in seiner Reiseapotheke Medikamente gegen Malaria hat.

 

Thailand Strand

 

Das durch Mücken übertragene Wechselfieber bringen immer wieder Reisende als "Souvenir" mit nach Hause. Sie hatten sich vor Abreise nicht um die notwendige Prophylaxe gekümmert. Mehr als 80 Prozent der Urlauber infizierten sich in Afrika, etwa jeder Zehnte in Asien. Es gibt wirksame Medikamente gegen Malaria, doch der Bedarf an neuen Präparaten besteht ständig. Denn Malaria-Erreger sind schlau: Sie entgehen immer aufs Neue den Mitteln, so dass laufend nach wirksamen Substanzen gesucht wird, um den Parasiten stets um eine Nasenlänge voraus zu sein.

 

Medikamente zur Prophylaxe wie das bewährte Chloroquin, Mefloquin oder seit vergangenem Jahr auch Atovaquon/Proguanil sind keine Impfstoffe. Ihre chemischen Wirkstoffe verhindern aber, dass sich die Parasiten vermehren können. Gegen Chloroquin beispielsweise sind die Malaria-Erreger in bestimmten Regionen bereits resistent. Neue Wirkstoffe sind deshalb gefragt. Malariaerreger vermehren sich in roten Blutkörperchen. Französische Wissenschaftler haben eine Substanz entdeckt, die verhindert, dass die Erreger in den Blutzellen ihre äußere Hülle bilden. Sie sehen erste Erfolge, sind aber im Moment noch davon weit entfernt, das neue Präparat in der Klinik einzusetzen.

 

Bali Sonnenuntergang

 

Impfstoffe gegen Malaria gibt es bislang nicht. Dies aber ist Gegenstand intensiver Forschungen. Da das Erbgut eines der Malaria-Parasiten inzwischen vollständig aufgeklärt ist, hoffen die Forscher nun, schneller ans Ziel zu kommen. Geradezu futuristisch mutet der Erfolg amerikanischer Wissenschaftler an, deren speziell gezüchteten Mäuse einen Malaria-Impfstoff liefern - und zwar mit der Milch. Den Mäusen wurde ein Gen des Malaria-Erregers eingepflanzt, so dass sie das entsprechende Eiweiß herstellen und in die Milch abgeben. Gereinigt wurde die Substanz als Impfstoff an Affen erfolgreich getestet. Wenn sich der Impfstoff in größeren Mengen herstellen ließe, zum Beispiel in Ziegen, und weitere Versuche positiv ausfallen, wäre dieser erste Malaria-Impfstoff eine medizinische Revolution.

500 Millionen Menschen erkranken jährlich an Malaria, über ein bis drei Millionen sterben daran, teilt die Weltgesundheitsorganisation WHO mit. Grund genug, den Malaria-Parasiten auf den Fersen zu bleiben und die Forschung voran zu treiben.

 

Letzte Änderung: 07.11.2009
Medien (diese Seite): alba
Autor: alba

Drucken