Die Hauptstadt Marokkos
Marokko unverfälscht erleben
Rabat ist auch eine moderne Stadt: Nicht so altehrwürdig wie Fès, so schillernd- orientalisch wie Marrakesch oder so beschaulich wie Meknès, besitzt Rabat jedoch einen ganz eigenen, unverfälschten Charme. Es ist die marokkanischste der vier Königsstädte, und touristisch weniger frequentiert. Hier erlebt man marokkanischen Alltag und marokkanische Lebensweise par exemple.
Für den Marokkoreisenden ist Rabat geruhsamer und entspannender als die grossen Touristen-Attraktionen im Landesinneren. Selten drängen sich einem Führer auf, in der Medina kann man stundenlang stöbern ohne unentwegt in Verkaufsgespräche verwickelt zu werden und Kulturveranstaltungen sind hier noch nicht zu Touristen-Events degeneriert.
Doch Rabat hat noch einiges mehr zu bieten: Dort wo der Oued Bou Regreg in den Atlantik fliesst, erhebt sich hoch über der Medina die Festungsanlage der Oudaia Kasbah. Malerische kleine Gassen führen durch den alten Kern der Stadt mit seinen weissgetünchten Häusern, hinauf zum grossen Tor der Kasbah. In den verwinkelten Innenhöfen der noch vollständig erhaltenen Festung aus dem 17. Jh. finden immer wieder Ausstellungen zeitgenössischer marokkanischer Künstler statt. Die frühere Medersa (theologische Lehranstalt) mit den wunderschönen andalusischen Gärten beherbergt heute ein sehenswertes Museum für einheimisches Kunsthandwerk.
Unweit von der Festung erblickt man den Säulenwald der unvollendeten Hassan-Moschee, die 1195 von Yaqub el Mansour begonnen wurde und die, noch bevor sie vollendet werden konnte, einem Feuer zum Opfer fiel. Sie sollte dereinst die grösste Moschee der Welt werden. Ihr gleichermassen unvollendetes Minarett, der 40 Meter hohe Hassan-Turm, ist heute das Wahrzeichen von Rabat. Gegenüber dem Hassan-Turm erhebt sich eines der schönsten neuzeitlichen islamischen Bauwerke, das Mausoleum König Mohammeds V., das 1967 fertiggestellt wurde und auch Touristen zur Besichtigung offensteht.
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