15.09.2003

Die Hauptstadt Marokkos

Marokko unverfälscht erleben

Kleine Gasse in Rabat
Rabat, 1163 von Abu Yusuf Yaqub gegründet, liegt an der Mündung des Oued Bou Regreg in den Atlantischen Ozean. Zusammen mit der Schwesterstadt Salé, die am gegenüber liegenden Ufer des Flusses liegt, zählt die Hauptstadt Marokkos 1,1 Mio. Einwohner.

 

Rabat ist auch eine moderne Stadt: Nicht so altehrwürdig wie Fès, so schillernd- orientalisch wie Marrakesch oder so beschaulich wie Meknès, besitzt Rabat jedoch einen ganz eigenen, unverfälschten Charme. Es ist die marokkanischste der vier Königsstädte, und touristisch weniger frequentiert. Hier erlebt man marokkanischen Alltag und marokkanische Lebensweise par exemple.

 

Für den Marokkoreisenden ist Rabat geruhsamer und entspannender als die grossen Touristen-Attraktionen im Landesinneren. Selten drängen sich einem Führer auf, in der Medina kann man stundenlang stöbern ohne unentwegt in Verkaufsgespräche verwickelt zu werden und Kulturveranstaltungen sind hier noch nicht zu Touristen-Events degeneriert.

 

Doch Rabat hat noch einiges mehr zu bieten: Dort wo der Oued Bou Regreg in den Atlantik fliesst, erhebt sich hoch über der Medina die Festungsanlage der Oudaia Kasbah. Malerische kleine Gassen führen durch den alten Kern der Stadt mit seinen weissgetünchten Häusern, hinauf zum grossen Tor der Kasbah. In den verwinkelten Innenhöfen der noch vollständig erhaltenen Festung aus dem 17. Jh. finden immer wieder Ausstellungen zeitgenössischer marokkanischer Künstler statt. Die frühere Medersa (theologische Lehranstalt) mit den wunderschönen andalusischen Gärten beherbergt heute ein sehenswertes Museum für einheimisches Kunsthandwerk.

 

Hassan Turm in Rabat
Von dem Wandelgang der Festungsmauer aus bietet sich einem das Panorama von Rabat, über die Flussmündung hinweg bis hin zu der Schwesterstadt Salé, der weissen Stadt, von der aus im 17. Jahrhundert gefürchtete Piraten - "die Korsaren von Salé" genannt - europäische Schiffe überfielen.

 

Unweit von der Festung erblickt man den Säulenwald der unvollendeten Hassan-Moschee, die 1195 von Yaqub el Mansour begonnen wurde und die, noch bevor sie vollendet werden konnte, einem Feuer zum Opfer fiel. Sie sollte dereinst die grösste Moschee der Welt werden. Ihr gleichermassen unvollendetes Minarett, der 40 Meter hohe Hassan-Turm, ist heute das Wahrzeichen von Rabat. Gegenüber dem Hassan-Turm erhebt sich eines der schönsten neuzeitlichen islamischen Bauwerke, das Mausoleum König Mohammeds V., das 1967 fertiggestellt wurde und auch Touristen zur Besichtigung offensteht.

 

Letzte Änderung: 15.09.2003
Medien (diese Seite): kihi
Autor: kihi

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