11.08.2009

La Réunion: Kulturen verschmelzen

Traumkulisse für Sonnenanbeter

Der Indische Ozean, Traumkulisse für Sonnenanbeter. Hier liegen paradiesische Orte mit weißen Sandstränden, tiefblauem Wasser und viel Palmen. Auch wenn nicht jeder seinen Urlaub hier verbringt, die Namen sind bekannt: Malediven, Seychellen, Madagaskar. Und dann ist da noch La Réunion, die wahre Île de France.

 

La Réunion Blumen

 

Auf der Weltkarte ist die Insel nur ein winziger Fleck, gerade einmal mit einem Umfang von 250 Kilometern. Politisch gehört sie zu Frankreich, ist ein so genanntes Übersee-Departement. Réunion lässt sich in zwei Hälften teilen: In "Le Vent", den schwülen Osten, und "Sous le Vent", den trockenen Südwesten. Die Grenze wird von einer Vulkankette markiert. Aber keine Angst: Auch wenn "La Fournaise" zu den aktivsten Vulkanen der Welt gehört, so ist er äußerst harmlos. Die offizielle Geschichte von Réunion ist noch relativ jung. Erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts kamen die Franzosen auf die Idee, dieses paradiesische Fleckchen zur Kolonie zu machen. Nach und nach stießen Einwanderer aus aller Herren Länder hinzu: Madagaskar, Indien, Afrika und China. Ihre Nachfahren nannten sich Kreolen.

 
La Réunion Kreolin
In Sachen Religion sind die Menschen hier pragmatisch. In der Hauptstadt Saint-Dennis, die von rund 130.000 Menschen bewohnt wird, finden sich auf wenigen hundert Metern eine Kathedrale, eine Moschee, ein Hindu-Tempel und eine chinesische Pagode. Verehrt wird alles, es kann schließlich nicht schaden. Einmal wird am Grab eines Mörders um Rache gebetet, dann wiederum geht es in die Kirche zum Beichten. Und dass es bei so vielen Religionen auch noch viele Feiertage gibt, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Schön schaurig sind die Feste der Inder. Zur Zuckerrohrernte wird "La marche sur le feu" zelebriert, der Gang über glühende Kohlen. Sechs mal vier Meter misst das heiße Feld, das die Gläubigen überqueren müssen. Noch schmerzhafter ist das Fest "Cavadée", welches in den Sommermonaten gefeiert wird. Dabei stechen sich Bußfertige lange Silbernadeln in die Körper. Genauso faszinierend, aber weniger blutig sind die Feste der Chinesen. Hier sind es vor allem die festlichen Dekorationen, welche die Blicke aus sich ziehen.

Wer viel feiert, muss auch viel trinken. Gerne greift man hier zu einem Glas "Rhum Arrangé", mit Vanille, Orchideen, Zimt und Anis versetzten Rum. Es geht noch härter: Der weiße "Rhum Charrette" hat mindestens 50 Prozent - nichts für schwache Nerven. Das Bier kann dagegen bedenkenlos getrunken werden. "Dodo" ist die Schöpfung eines Hamburger Braumeisters. Und der hält sich natürlich an das deutsche Reinheitsgebot.

 

Letzte Änderung: 11.08.2009
Medien (diese Seite): lee
Autor: lee

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