03.01.2001
Prager Burg und der Kleinseitner Stadtteil
Barockvolles Zentrum der Macht
Von der Altstadt gehts über die Karlsbrücke zur "Kleinseite", und weiter zum Kleinseitner Ring, dem Mittelpunkt des Kleinseitner Stadtteils. Der Ring wurde durch grosse Brände mehrmals fast vollständig zerstört. Nach dem letzten Brand im Jahre 1541 ließ sich hier der reich gewordene Adel nieder. Einige prachtvolle Paläste, wie der Palais Nostitz oder der prunkvolle Palais Waldstein zeugen noch heute davon. Das ganze Viertel ist vom Barockstil geprägt.
Weithin sichtbares Wahrzeichen diese Stadtteils ist allerdings die St. Niklas-Kirche, die den ehemaligen grossen Kleinseitner Ring in zwei Teile teilt. Die besten Barockarchitekten der damaligen Zeit errichteten von 1704 bis 1752 dieses Musterbeispiel des Hochbarocks. Der Kirchturm und die grosse Kuppel werden nur noch von der Prager Burg, auch Hradschin genannt, überragt, die auf einem Hügel oberhalb des Viertels errichtet wurde. Blickfang und weithin sichtbar ist der St.-Veits-Dom. Der Dom ist die grösste und prachtvollste Kirche von Prag.
Schon im 9. Jahrhundert stand hier eine kleine Kapelle. Bereits im Jahre 1344 begann Karl IV. mit dem Bau der gotischen Kathedrale, die allerdings erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts fertig gestellt wurde. Die Pracht des Innenraumes der Kathedrale ist spektakulär und einzigartig, besonders erwähnenswert sind das Hochgrab des heiligen Nepomuk und die Wenzelskapelle. In der Kronkammer über dem Südportal sind die böhmischen Kronsignien aufbewahrt, die nur selten dem Publikum zugänglich sind. Der St.-Veits-Dom ist von einer Burganlage mit mehreren Burghöfen umgeben. Besonders sehenswert ist noch der Königspalast, wo auch im Jahre 1618 der zweite Prager Fenstersturz stattfand. Im Palast sollte man sich auf jeden Fall noch den Vladislav-Saal und den Landtagsaal ansehen. Innerhalb der Burganlage sind auch das goldene Gässchen und die St.-Georgs-Basilika sehr bemerkenswert.