16.11.2000
El Valle Sagrado - das heilige Tal
Festung mit Aussicht
El Valle Sagrado, das heilige Tal, so nennt sich das Gebiet des Rio Urubamba, zwischen Pisac und Ollantaytambo. Bekannt durch seine überwältigende landschaftliche Schönheit, gehört das Tal zu den meistbesuchten Gebieten in den peruanischen Anden. In Pisac ist es der allsonntägliche Markt, der alle Sinne betört. Kultureller Höhepunkt ist die Festung Ollantaytambo, die letzte grosse Sehenswürdigkeit, ehe die Touristen das Traumziel ihrer Reise, Machu Picchu, erreichen.
Doch zurück nach Pisac. Es ist nicht nur der Rausch von Farben und Gerüchen, der den Markt zum Anziehungspunkt für Gäste aus aller Welt macht, der Ort ist ausserdem der ideale Ausgangspunkt für Erkundungsfahrten ins Heilige Tal. Kleine Hotels bieten zu Spottpreisen eine Unterkunft. In Pisac selbst findet der Besucher bereits stattliche Ruinen und einen der grössten Inka-Friedhöfe weit und breit.
Um in der Umgebung noch weitere Spuren der Inkas zu finden, ist ersteinmal ein anstrengender Aufstieg hinter sich zu bringen. Die grosse Höhe über dem Meeresspiegel verlangt der Kondition einiges ab. Doch man wird belohnt, mit einem grandiosen Blick über das Tal und sehenswerten Überresten vergangener Jahrhunderte. Ohne Kletterei und einer guten Fitness bleibt man bei der Kultursuche in Peru auf der Strecke, denn fast jedes ihrer Heiligtümer liegt hoch in den Bergen, nahe dem Sonnengott Inti. So auch die Reste der mächtigen Festung in Ollantaytambo, die unter Pachacutec entstand, dem Schutz vor Urwaldstämmen diente und der Überlieferung nach eine enorme militärische und spirituelle Bedeutung besass.
Selbst die Spanier hatten mit dieser Festungsanlage ihre Probleme. Erst im zweiten Anlauf gelang es ihnen, sie einzunehmen. Noch heute vermitteln die Überreste des stattlichen Bauwerkes einstige Macht und Grösse. Am Fusse der Festung liegt eine der besterhaltenen Siedlungen aus der Inkazeit. Hier fliesst das Wasser noch heute durch die schmalen Kanäle und engen Gassen aus dem 15. Jahrhundert. Dort, wo es für die Spanier kein Gold und Silber zu holen gab, bestanden die grössten Chancen, Teile der alten Kultur zu erhalten.