Stadtbummel & Bummelzug von Palma nach Sóller
In Stadt und Land
Die Feinkostläden quellen über mit Würsten, Käse, selbstgemachter Konfitüre und Honig. Es ist die richtige Zeit für einen Bummel durch die schmalen Gassen. Abweisend die alten Stadtpaläste. Hohe Mauern, geschlossenen Fensterläden halten alles Fremde fern. Dann tut sich Ungeahntes auf: hinter schmiedeeisernen Toren verborgen, liegen ruhige Innenhöfe. Es sind kleine Oasen mit Blumen, Pflanzen und Brunnen. Leise plätschert irgendwo Wasser. Zeit sollte man sich nehmen, nicht alles offenbart sich auf den ersten Blick.
Die Bänke unter den Platanen sind von palavernden Männern besetzt. Kleine Skandale, Gerüchte und das Tagesgeschehen werden heiß diskutiert. Natürlich auf mallorquin. Man ist schließlich unter sich, weit und breit kein Tourist. Blumenverkäuferinnen warten auf Kundschaft. Die bunten Blumen lassen keinen Gedanken an Kälte aufkommen. An den Ständen ist immer Frühling und Sommer. Viel ist aus der maurischen Zeit nicht übriggeblieben. Vieles wurde abgerissen, überbaut oder dem Verfall preisgegeben. Wo einst die große Moschee stand, erhebt sich heute die Kathedrale.
Auch am Abend, wenn die Kneipen öffnen, sind die Mallorquiner fast unter sich. Tapas und deftige Inselkost sorgen für die richtige Unterlage. Denn auch im Winter sind die Nächte lang. Die Stadt lockt mit einem großen Kulturprogramm. Klassische Konzerte, Rockveranstaltungen und Flamenco-Darbietungen sorgen für die abendliche Unterhaltung. Überall warten Kutschen, laden zu einer Stadtrundfahrt mit einem PS ein. Palma wird zum Erlebnis. Die Häuser sind beleuchtet, die Kathedrale angestrahlt.
Etwas schneller ist die Fahrt mit dem "Roten Blitz" am nächsten Tag. Seit 1912 bummelt der Zug zwischen Palma und Sóller, früher unter Dampf, heute elektrisch betrieben. Die Fahrt führt durch eine traumhafte Frühlingslandschaft. Silbrig glänzen die Olivenbäume, Orangen leuchten zwischen immergrünem Laub. Wie verschneit sehen die Mandelbäume aus, die jetzt in voller Blüte stehen. Nach jedem Tunnel ein anderes Bild.
Nach der ruckeligen Fahrt geht es zum Bäcker am Bahnhof von Sóller. Die eher einfach Ausstattung stört nicht, denn frisches Gebäck und die selbstgemachte Nussschokolade lassen den Genießer aufleben. Einige Lokale sind geöffnet. So lässt sich ganz entspannt das Treiben vor der alten Kirche beobachten. Die Weiterfahrt zur Küste kann mit einem weitern uralt Vehikel fortgesetzt werden. Seit 1913 rumpelt Mallorcas einzige Straßenbahn durch Sóller Richtung Strand. Vorbei an alten Häusern mit gelb blühenden Mimosen in den Gärten geht es hinunter zur Küste. Fischer flicken ihre Netze, sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen.
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