18.05.2005

Stadtbummel & Bummelzug von Palma nach Sóller

In Stadt und Land

Kathedrale von La Palma
Gerade hat es noch geblitzt und gedonnert, doch der Wind hat die dunklen Wolken schnell verjagt. Schon scheint wieder die Sonne, werden die Stühle vor die Cafés gestellt. Palma im Winter ist nicht wiederzuerkennen. Kein Gedränge, kein Geschiebe. Selbst die Flaniermeilen sind fast menschenleer. Kein Souvenirladen, kein Kartenständer verstellt den Blick. Mit einem Male sind sie zu sehen, die kleinen Geschäfte mit Kunst statt Kitsch. Handgewebte Ikatstoffe und Schalen aus Olivenholz reizen zum Kauf.

 

Die Feinkostläden quellen über mit Würsten, Käse, selbstgemachter Konfitüre und Honig. Es ist die richtige Zeit für einen Bummel durch die schmalen Gassen. Abweisend die alten Stadtpaläste. Hohe Mauern, geschlossenen Fensterläden halten alles Fremde fern. Dann tut sich Ungeahntes auf: hinter schmiedeeisernen Toren verborgen, liegen ruhige Innenhöfe. Es sind kleine Oasen mit Blumen, Pflanzen und Brunnen. Leise plätschert irgendwo Wasser. Zeit sollte man sich nehmen, nicht alles offenbart sich auf den ersten Blick.

 

Die Bänke unter den Platanen sind von palavernden Männern besetzt. Kleine Skandale, Gerüchte und das Tagesgeschehen werden heiß diskutiert. Natürlich auf mallorquin. Man ist schließlich unter sich, weit und breit kein Tourist. Blumenverkäuferinnen warten auf Kundschaft. Die bunten Blumen lassen keinen Gedanken an Kälte aufkommen. An den Ständen ist immer Frühling und Sommer. Viel ist aus der maurischen Zeit nicht übriggeblieben. Vieles wurde abgerissen, überbaut oder dem Verfall preisgegeben. Wo einst die große Moschee stand, erhebt sich heute die Kathedrale.

 

Stadthaus in La Palma
In "La Seu" ist es still. Die Schritte hallen in der leeren Kirche. Statt Reiseleiter, nur einige Betende. Niemand stört. Das Licht fällt durch die bunten Glasfenster, malt farbige Muster auf Pfeiler und Boden. Gleich gegenüber steht der Regierungspalast. Er ist Teil der alten Zitadelle, der von den Mauren errichteten Verteidigungsanlage. Auch das große arabische Badehaus ist nur noch als Relikt erhalten. Ein Besuch lohnt sich aber trotzdem, denn der wunderschöne Garten lädt zum Verweilen ein.
Auch am Abend, wenn die Kneipen öffnen, sind die Mallorquiner fast unter sich. Tapas und deftige Inselkost sorgen für die richtige Unterlage. Denn auch im Winter sind die Nächte lang. Die Stadt lockt mit einem großen Kulturprogramm. Klassische Konzerte, Rockveranstaltungen und Flamenco-Darbietungen sorgen für die abendliche Unterhaltung. Überall warten Kutschen, laden zu einer Stadtrundfahrt mit einem PS ein. Palma wird zum Erlebnis. Die Häuser sind beleuchtet, die Kathedrale angestrahlt.

 

Etwas schneller ist die Fahrt mit dem "Roten Blitz" am nächsten Tag. Seit 1912 bummelt der Zug zwischen Palma und Sóller, früher unter Dampf, heute elektrisch betrieben. Die Fahrt führt durch eine traumhafte Frühlingslandschaft. Silbrig glänzen die Olivenbäume, Orangen leuchten zwischen immergrünem Laub. Wie verschneit sehen die Mandelbäume aus, die jetzt in voller Blüte stehen. Nach jedem Tunnel ein anderes Bild.

 

"Roten Blitz" Züge in La Palma

 

Nach der ruckeligen Fahrt geht es zum Bäcker am Bahnhof von Sóller. Die eher einfach Ausstattung stört nicht, denn frisches Gebäck und die selbstgemachte Nussschokolade lassen den Genießer aufleben. Einige Lokale sind geöffnet. So lässt sich ganz entspannt das Treiben vor der alten Kirche beobachten. Die Weiterfahrt zur Küste kann mit einem weitern uralt Vehikel fortgesetzt werden. Seit 1913 rumpelt Mallorcas einzige Straßenbahn durch Sóller Richtung Strand. Vorbei an alten Häusern mit gelb blühenden Mimosen in den Gärten geht es hinunter zur Küste. Fischer flicken ihre Netze, sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen.

 
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Mallorca hat eine Unmenge von Stränden aufzuweisen, so dass jeder hier noch ein Plätzchen finden kann, wo er sich wohlfühlt. Der Nachwuchs kann an den überwachten Stränden gefahrlos plantschen und erste Schwimmversuche machen. Wer es gern unterhaltsam mag, der ist bestens an dem lang gestreckten, breiten, goldfarbenen Sandstrand von S`Arenal bzw. an der Platja de Palma aufgehoben. Hier ist einiges los.

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Letzte Änderung: 18.05.2005
Medien (diese Seite): doje, rde
Autor: doje

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