30.06.2005

Hurtigruten

Die schönste Seereise der Welt

Starten wir zu einer Reise ins Land der Trolle, Feen, Mitternachtssonne und grandioser Natur...

 

Fjord / Berge von Hurtigruten-Schiff
Bergen - Startpunkt der Hurtigruten
In Oslo gelandet, geht es mit dem Zug nach Bergen, wo man nach sich nach Ankunft einen Tag gönnen sollte, da am Ende der Kreuzfahrt meist keine Zeit mehr bleibt. Beim Bummel durch das Hanseviertel Bryggen, sieht man noch einige der alten Häuser. Leider haben Brände das Viertel immer wieder zerstört. Das letzte Feuer 1955 hat nur sechs der ursprünglichen Gebäude verschont. Liebevoll wurde das Viertel aber wieder restauriert.

 

Enge Gassen führen ins Gewirr der alten Lagerhäuser. Tiefere Einblicke in das Leben der Hansezeit erhält man im Det Hanseatiske Museum. Im 13. Jahrhundert, als Bergen Hauptstadt war, ließ König Håkon Håkonson die Håkonshalle erbauen. Schon fast verfallen, wurde die Halle ab 1841 restauriert. Leider machte 1944 eine Munitionsexplosion auf einem Kriegschiff die Arbeit zunichte. Wieder aufgebaut, dient sie heute Repräsentationszwecken, es finden auch regelmäßig Konzerte statt.

 

Nicht weit ist es zum Rosenkrantztårnet. Der Turm, 1562 erbaut, diente zum Schutz des Hafens. Zum Abschluss noch eine Fahrt mit der Standseilbahn auf den Fløyen, dem Hausberg Bergens. Im Licht der Nachmittagssonne genießt man einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt und den Hafen. Weitere Besichtigungspunkte: mit der Gondelbahn auf den Ulriken, Bergens älteste Kirche Mariakirken, Fantoft Stabskirche, Troldhaugen: Haus des Komponisten Grieg.

 

Mit der Nordlys ins Reich der Mitternachtssonne
Gleich bei der Abfertigung merkt man, die Nordlys ist ein Zwischending von Kreuzfahrtschiff und öffentlichem Verkehrsmittel. Wohltuend ist die freundliche Begrüßung und entspannte Atmosphäre an Bord. Ohne viel Aufwand werden die Schlüssel ausgegeben, und man ist auf dem Weg zur Kabine. Das neue Zuhause ist hell und modern. Das Gepäck sollte aber nicht zu voluminös sein. Erstens braucht man keine große Garderobe und zweitens ist der Stauraum auch nicht dafür ausgelegt. Kurze Zeit nach dem Einchecken legt die Nordlys ab - Richtung Norden, Richtung Mitternachtssonne.

 

Jugendstil und Geirangerfjord
In der Nacht und am frühen Morgen werden die kleinen Häfen Florø, Måloy und Torvik angelaufen. Waren werden entladen, eingeladen - weiter geht´s. Ålesund, der nächste Stopp, ist einer der größten Fischereihäfen Westnorwegens. Das Schiff bleibt ungefähr drei Stunden im Hafen, genügend Zeit für einen Bummel. Die Stadt rühmt sich ihrer vielen Jugendstilhäuser. Als 1904 über 1000 Häuser niederbrannten, gab Kaiser Wilhelm II. , der häufig in der Stadt zu Gast war, finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau. Obwohl der Aufstieg auf den Aksla mühsam ist, 418 Stufen führen auf den Berg, lohnt sich die Mühe. Von hier oben hat man einen sehr schönen Blick über die Stadt. Bleibt man im Ort, führt der Weg am Wasser entlang. Vom Apotekertorget hat man die beste Aussicht auf die vielen Fischkutter.
Den Frauen der Fischer, zuständig für den Verkauf des Fanges, hat man auf einem kleinen Platz ein Denkmal gesetzt. In der Kirkegata stehen die meisten Holzhäuser, die den großen Brand überstanden haben. Im Museum von Ålesund kann das Wissen über Jugendstil, Fischfang und Handwerk vertieft werden. Originell ist der Nachbau eines alten Krämerladens. Damals kaufte man etwas anders ein als heute in den Supermärkten. Viele Gäste lassen es sich aber nicht nehmen, den Geirangerfjord zu besuchen. Im Sommer macht Hurtigruten auf der Nordreise regelmäßig einen Abstecher in den Fjord. Eine grandiose Landschaft wartet auf den Besucher. Die Kamera griffbereit steht man an Deck, genießt die frische Luft und die wundervollen Aussichten auf die steilen Felsen, Wasserfälle und schneebedeckten Bergspitzen.

 

Trondheim - Norwegens erste Hauptstadt
Der Sage nach gründete der Wikingerkönig Olav Tryggvason 997 die Stadt Nidaros, heute Trondheim. Von Ausgrabungen weiß man, dass die Siedlung ein wichtiges Handelszentrum der Wikinger war. Im Dom, dem Wahrzeichen der Stadt, befindet sich das Grab König Olav Haraldsson. Der Dom ist auch die Krönungskirche der norwegischen Könige. Zwar hat man heutzutage auf die Krönung verzichtet, aber das Königspaar wird im Dom eingesegnet. Aber auch das Weltliche kommt nicht zu kurz. Dank der Universität hat die Stadt eine lebendige Kneipenszene. Überall treffen sich die jungen Leute in den Cafés und Kneipen, schaffen so in der Stadt eine lockere Stimmung.

 

Überquerung des Polarkreises
An der Küste liegen nur kleine Orte. Unberührt vom Tourismus führen sie ihr eigenes Leben, umgeben von Einsamkeit und unberührter Natur. Es ist eine ruhige Fahrt in den küstennahen Gewässern, gerade richtig für Erholung, Entspannung und Beobachten der Natur. Auf der Strecke von Nesna nach Ørnes wird der Polarkreis überquert. Hier beginnt das Reich der Mitternachtssonne. Bei gutem Wetter sieht man die Sonne 24 Stunden über dem Horizont - die Nacht weicht für Wochen der Dämmerung. An Bord kann ein Ausflug zum Svartisengletscher gebucht werden. Es ist eine einmalige Gelegenheit einen Gletscher, den zweitgrößten Norwegens, aus nächster Nähe zu erleben. Die Nordlys fährt inzwischen an der Küste entlang und wartet in Bodø auf die Ausflügler.

 

Dorschfang auf den Lofoten
Die Nordlys nimmt Kurs von Bodø auf die Lofoten. Es dauert über vier Stunden, bis am Horizont die bizarren Gipfel der Inseln erscheinen. Gebe es nicht den Fischreichtum, wären die Inseln längst nicht so bekannt. Seit über 1000 Jahren wird im Gebiet rund um die Lofoten Fisch gefangen. Es ist der Dorsch, der von Januar bis März Fischer aus ganz Norwegen zu den Inseln lockt. Früher gab es keine festen Behausungen, in der 3-monatigen Saison schliefen die Fischer einfach unter den umgedrehten Booten. Später gab es die ersten Rorbruer, Häuser am Wasser, in denen man heute seinen Urlaub verbringen kann. Mit dem Erscheinen des Dorsches beginnt die Fangsaison und sie endet, wenn die festgelegte Quote erreicht ist. In der Zwischenzeit füllen sich die Gestelle am Strand. Fisch hängt neben Fisch zum Trocknen in der frischen Luft. Ist er genügend konserviert, wird er bis in die Mittelmeerländer exportiert, wo er als Stockfisch in den Geschäften zu finden ist. Ein typisches Fischerdorf ist Henningsvaer. Rund um den kleinen Hafen gruppieren sich die bunten Häuser. Überall wird der gefangene Fisch verarbeitet, gelagert und dann verschifft. Besichtigungen: Ausflüge von Svolvaer über Henningsvaer nach Stamsund sind an Bord buchbar.

 

Stadt in Nordschweden

 

Tromsø - das Tor zum Polarmeer
Hier ist alles "das nördlichste", angefangen bei Universität, dem Bischofssitz und der Brauerei, ist die Stadt doch die letzte Großstadt vor dem Nordpol. Von hier brachen Nansen und Amundsen zu ihren Expeditionen auf, starten die Flugzeuge nach Spitzbergen. Wir starten aber zu einer Stadtbesichtigung. Bei schönem Wetter lohnt sich die Fahrt mit der Gondelbahn auf den Storsteinen. Auf gut gekennzeichneten Wander-wegen, können auch kürzere Spaziergänge unternommen werden. Es ist nicht nur der Blick auf die Stadt, auch Paraglider schweben an ihren bunten Schirmen zur Stadt hinunter. Auf einer Anhöhe liegt die Eismeerkathedrale. Auffallend ist die Form der Kirche mit dem bis zum Boden gezogenen Dach. Die Konstruktion der Kirche soll die Mitternachtssonne hereinlassen und Eisschollen symbolisieren. Das Glasfenster ist mit 140 qm das größte in Europa. Besonders interessant ist das Polarmuseet. Es gibt Ausstellungen über Nansen und Amundsen, die Bedeutung der Polarregion und die Aus- wirkungen der globalen Umwelt- verschmutzung auf die Region. Man hat kaum eine Vorstellung, das Umweltsünden, die viel südlicher begangen werden, so hoch im Norden noch Schäden verursachen.

 

Ein Eisbär - Symbol für Hammerfest
Hammerfest, die nördlichste Stadt, erreicht das Schiff nach der Durchfahrt zwischen den Inseln Sørøya und Seiland. Was Hammerfest so wichtig macht, ist der auch im Winter eisfreie Hafen. Dank des Golfstroms, der ständig warmes Wasser aus der Karibik schaufelt, hat die Westküste Norwegens verhältnismäßig milde Temperaturen. Selbst Tromsø erlebten wir bei 24 ° C.

 

Von Honningsvåg zum Nordkap
Kaum jemand kann es erwarten, bis das Schiff in Honningsvåg anlegt. Der Hafen ist der Startpunkt des Busausfluges zum Nordkap. Nur 40 km trennen die Reisenden vom Ende der Welt. 307 Meter hoch ist der letzte Fleck Europas. Dann nur noch Wasser, Eis und irgendwann - der Nordpol. Im Eintrittspreis für das Plateau, ist ein Besuch der Nordkap-Halle inbegriffen. Auf großer Leinwand wird in der Halle das Nordkap bei Sonnenschein gezeigt, egal ob es draußen regnet oder schneit. In der Champagner-Bar gibt es noch ein Glas Pitzelwasser, um den Besuch des Kaps gebührend zu feiern.

 

Kirkenes - am Wendepunkt
Die Stadt ist die letzte norwegische Siedlung vor der russischen Grenze. Jahrhunderte war die Grenze offen, bis sie im Kalten Krieg geschlossen wurde. Mittlerweile öffnet sie sich wieder, was dem Handel zwischen Norwegen und Russland Auftrieb gibt. Ohne große Formalitäten kann auch ein Tagesausflug nach Murmansk gebucht werden. Im Zweiten Weltkrieg wurde Kirkenes stark bombardiert, alle Kriegsparteien hatten ein Auge auf die reichen Erzgruben geworfen. Die Bevölkerung musste 300 Bombenangriffe ertragen. Wie, dass kann man noch im Andersgrotta sehen, einen Tunnel, in dem 2000 Menschen zwei Monate ausharrten. Nach einigen Stunden geht es wieder an Bord. Die Reise geht zurück nach Bergen. Es ist aber keine Wiederholung der Häfen, denn Städte und Orte, die nordwärts nachts angelaufen wurden, sieht man jetzt bei Tage.

 

Letzte Änderung: 30.06.2005
Medien (diese Seite): doje
Autor: doje

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