Neuseeland - geprägt von Göttern und Tradition
Haka und Hongi bei deftigem Hangi
Eine zentrale Botschaft der Maori lautet "mana whenua a tangata" - Respekt vor dem Land und dem Mensch. Diese Geisteshaltung erlebt man in Neuseeland überall. Zum Beispiel im umsichtigen Umgang mit dem Naturreichtum in Aotearoa, dem Land der langen, weissen Wolke, wie die Maori ihre Heimat nennen: Ein Drittel der Landfläche steht unter Naturschutz - so viel, wie in keinem anderen Land der Erde. Der heutige Tongariro Nationalpark war nach dem Yellowstone-Park in den USA der zweite Nationalpark der Welt und zählt heute zum Weltnaturerbe der UNESCO. Trotz staatlich verbrieften Schutz ihrer heiligen Stätten drohte maoritanga, wie die Maori das Erbe ihrer Ahnen nennen, um die Jahrhundertwende in Vergessenheit zu geraten. In den 20er Jahren begannen die Maori, sich wieder auf ihre eigene Kultur zu besinnen.
Maoritanga erlebte einen Aufschwung, der bis heute andauert: Sie richteten Werkstätten ein, in denen sie die meisterliche Schnitzkunst ihrer Vorfahren perfektionierten. Sie erinnerten sich der Tänze, Lieder und Legenden ihrer Ahnen. Die Ornamente und Symbole der traditionellen Gesichtstätowierung malen die Maori heute vor allem zu festlichen Anlässen mit Schminke auf. Alljährlich zelebriert ganz Neuseeland beim Pasifika Festival Kunst, Kultur und Kulinarik des polynesisch stämmigen Bevölkerungsteils in Auckland.
Zu den bedeutendsten Kulturzentren gehört das New Zealand Maori Arts &Crafts Institute in Te Whakarewarewa, dem heiligen Thermalgebiet in Rotorua. Hier haben Besucher die beste Möglichkeit, vor der grossartigen Kulisse der Geysirlandschaft einen Einblick in die exotische Kultur der Maori zu bekommen. Die umfangreichste Sammlung an historischer und zeitgenössischer Maori-Kunst findet man in Neuseelands Nationalmuseum Te Papa Tongarewa in der Hauptstadt Wellington. Weitere beeindruckende Zeugnisse der meisterhaften Maori-Schnitzkunst beherbergt das Auckland Museum.
Gastfreundschaft ist den Maori so wichtig, dass sie ihrer Begrüssung einen mehrstündigen Festakt widmen. Das traditionelle Begrüssungszeremoniell powhiri gehört daher für Neuseeland-Neulinge zum absoluten Muss. Es beginnt mit dem wero, der Herausforderung des Fremden - oftmals wird hierbei der Kriegstanz haka aufgeführt. Dabei entscheidet sich, ob jemand in kriegerischer oder friedlicher Absicht gekommen sind. Ist letzteres der Fall, wird man mit dem "Nasenkuss" hongi willkommen geheissen und zu einem deftigen hangi geladen - ein Kartoffelgericht à la Maori, traditionell zubereitet im Erdofen. Ort des uralten Zeremoniells ist das marae, das Versammlungshaus jedes Maori-Dorfes, das allein schon wegen seiner aufwendigen Giebelschnitzereien einen Besuch Wert ist. Eines der schönsten und beeindruckendsten Exemplare der Maori-Baukunst ist das Versammlungshaus Te Poho-o-Rawiri in der Nähe von Gisborne im Osten der Nordinsel.
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