Taranaki: Der liebeskranke Berg
Neuseelands spektakulärste Landschaft
Regenwald, schwarze Sandstrände, Gnome, Wildkräuter und ewiges Eis - all das findet man auf der Halbinsel Taranaki. Neuseelands spektakulärste Landschaft: Auf halbem Weg zwischen Auckland und Wellington. Ihre Existenz verdankt die Region einem liebeskranken Berg.
Eine traurige Geschichte - die Menschen in dieser Gegend jedoch können sich glücklich schätzen, dass der Berg zu ihnen fand. Denn ihm haben sie es zu verdanken, dass sie heute in einer der abwechslungsreichsten Landschaften Neuseelands leben. Als fast symmetrischer Kegel erhebt sich der Riesenhügel aus einer sattgrünen Weidelandschaft.
In ehrfurchtsvollem Abstand haben sich um ihn herum beschauliche Städtchen wie New Plymouth, Stratford und Hawera angesiedelt, die wiederum von einem 300 Kilometer langen Küstenstreifen mit traumhaften schwarzen Sandstränden umgeben sind. Wer den 2.518 Meter hohen ruhenden Vulkan besteigt, trifft fast jeden Höhenmeter auf eine andere Umgebung. Am Fuß wuchert subtropischer Küstenwald mit majestätischen Rimu- und Kamahi-Bäumen. Kurz darauf betritt man einen fast mystisch anmutenden Regenwald, wo moosbedeckte Bäume, Schlingpflanzen und Nebelschwaden die Existenz von Gnomen und Elfen vermuten lassen: Den Goblin Forest.
Kurz vor dem Gipfel öffnet sich ein subalpines Kräuterfeld mit Pflanzen, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Und schließlich lockt die verschneite Spitze, die im Winter nach Tongariro das wichtigste Skigebiet der Nordinsel ist. 300 Kilometer Wanderwege gibt es auf dem Mount Taranaki und im umliegenden Egmont National Park. Sie führen über Flussläufe, zu kleinen Bergseen und romantischen Wasserfällen, während die unzähligen Vögel der Gegend die Hintergrundmelodie pfeifen. Gute Ausrüstung ist ein Muss.
Ruhe und Entspannung gibt es in den unzähligen Grünanlagen der Region. Nicht umsonst wird Taranaki auch "Der Garten Neuseelands" genannt. Mehr als 70 Parks stellen beim Rhododendron-Festival zwischen Oktober und November ihre Schönheit zur Schau. Eines dieser botanischen Wunder ist der Pukehura Park. Mit seinen zwei Seen, umgeben von 49 Hektar urwüchsiger Buschlandschaft, verwandelt er sich beim jährlichen "Festival of Lights" von Dezember bis Februar in ein gigantisches, leuchtendes Fantasia.
Historisch Interessierte sollten einen Abstecher in das Städtchen Hawera im Süden machen. Denn hier lebt in Nigel Ogles Tawhiti Museum die Geschichte der Region auf. Großvater Ogle hatte 1881 inmitten dieses fruchtbaren Weidelandes die Tawhiti Mühle gebaut, die unter der Regie seines Enkels zu einem beeindruckenden Privatmuseum wurde. In Alltagsszenen stellen Wachsfiguren die Historie Taranakis von der frühen Besiedlung durch die Maori, über die Landkriege bis hin zur Industrialisierung der Region dar.
Für Shakespeare-Fans hingegen ist Stratford ein Muss. Die Gemeinde hat jede ihrer Straßen nach einem Thema aus dessen Dramen benannt. Auf einem überdimensionalen Glockenspiel im Zentrum des Dorfes zeigen sich Romeo und Julia für kurze Augenblicke mehrmals am Tag. An diesem wunderlichen Ort beginnt zudem der Lost World Highway. Über die "Brücke nach Irgendwo" gelangt man zu den 80 Meter hohen Wasserfällen des Mount Damper und zum Maraekowhai Reserve, einer alten Maori-Wehranlage.
Urlaub wie Sie ihn planen