British Columbia Provincial Park
Tatshenshini - eisige Naturgewalt
50 Säugetier- und 180 Vogelarten haben den Park zu ihrer Heimat erkoren. Er bietet mehr Grizzlybären Heimat als irgendein anderes Gebiet, dazu leben hier die grösste Subspezies der Elche - Kenai genannt - sowie äusserst seltene Polarbären. Obwohl das Gebiet auf dem 60. Breitengrad liegt, verführt es mit üppiger, vielfältiger Vegetation: Dichter Gebirgswald aus Espen, Fichten und Schierlingstannen, dazwischen Lichtungen und Bergwiesen übersät mit Akeleien und Lupinen.
Eine Rafting-Tour auf dem Tat - wie man den Fluss hier liebevoll nennt - gehört fast schon zum guten Ton. Anfänger beginnen die Reise am besten in Whitehorse, bekannt geworden durch die Romane von Jack London. Hier ist der Tat kaum grösser als ein Bach und daher auch für Neulinge akzeptabel. Doch es dauert nicht lange, bis die Wasser ihr wahres Gesicht zeigen und die kleinen Boote wie Nuss-Schalen herumwirbeln.
Der Fluss durchfliesst die Grenze zwischen Kanada und Alaska. Dann verschmilzt er mit dem Alsek River zum Alsek Lake. Der See ist ein Auffangbecken für die abgestossenen Eismassen der umliegenden Gletscher. Während die Boote vorsichtig durch das Labyrinth aus Treibeis navigieren, ermahnt das Grollen der Gletscher, den Sicherheitsabstand einzuhalten. Immer wieder brechen Eismassen ab und stürzen, scheinbar in Zeitlupe, in das dunkle Wasser. Begleitet wird das Spektakel von gewaltigem Donner und feinem Eisregen. Welche Kräfte hier wirken, ist für viele kaum vorstellbar. Aber wenn man im Zelt liegt, kann man spüren, wie die gewaltigen Gletscher die Erde zum Beben bringen.
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