09.10.2003

Barron Gore Nationalpark

Urwald aus der Vogelperspektive

Gondelbahn im Barron Gore Nationalpark

 

Pinkfarbene Shorts, knielange Sportsocken und ein buntes T-Shirt - mehr braucht es nicht zum Besuch des australischen Regenwalds. Was Abenteurern ein peinliches Lächeln entlockt, ist Standardbekleidung im australischen Barron Gore Nationalpark bei Cairns.

 
Eisenbahn im Barron Gore Nationalpark

Die "Eingeborenen" - unter anderem 58 Froscharten, 327 Vögelsorten und 162 verschiedene Reptilien - lässt das weitgehend kalt. Denn die bunte Invasion der Touristen spielt sich hoch über ihren Köpfen ab. Der Nationalpark im Norden Queenslands wird von einer 7,5 Kilometer langen Seilbahn "Skyrail" in bis zu 40 Metern Höhe überquert. Das Risiko dieses Urwaldbesuches auf Baumwipfel-Höhe ist kalkulierbar. 

 

Die weltweit einzigartige Seilbahn hat 114 Gondeln. Die 32 Masten wurden per  Hubschrauber eingeflogen und verbrauchen nur zehn Quadratmeter Standfläche. Siebeneinhalb Jahre dauerte es, bis alle Genehmigungen für das ökotouristische und mehrfach preisgekrönte Projekt vorlagen. An zwei Stationen kann die Gondel für einen kurzen Rundweg auf Bretterpfaden mit Hinweistafeln zu Flora und Fauna verlassen werden. Auf der luftigen Fahrt geht es über mehr als 500 Höhenmeter - atemberaubende Ausblicke sind garantiert. Highlight der eineinhalbstündigen Fahrt vorbei an Wasserfällen und über tiefe Schluchten ist das "Regenwald-Aufklärungszentrum" an der Barron Falls Station.

 

Gondelbahn im Barron Gore Nationalpark

In einem Diorama ist dort eindrucksvoll nachgebaut, was Besucher nicht sehen: Den quicklebendigen Waldboden mit Riesenkakerlaken, Käfern und Nagern. Vor Millionen Jahren bedeckten Regenwälder nahezu ganz Australien. Heute sind davon nur noch 20.000 Quadratkilometer übrig, die Hälfte davon in Queensland.

 

Am Ende der Gondelfahrt steht das Regenwald-Dorf Kuranda. Die Einwohner sind ganz auf die einschwebenden Touristen eingestellt und preisen ihre Kunst an. Wer nichts kaufen möchte, sollte einen Rundgang durch das Dorf machen. Unter anderem gibt es ein abgestürztes Militärflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg und ein Schmetterlings-Heiligtum zu sehen.

 

Von dem Urwald-Örtchen aus fährt eine historische Eisenbahn aus dem Jahre 1915 zurück nach Cairns. Die zweistündige Fahrt über uralte Brücken und durch dichten Busch im gemächlichen Dampfzugtempo ist für manch einen Touristen der eigentliche Grund, sich erst mit der Gondelbahn über den Regenwald ziehen zu lassen.

 

Letzte Änderung: 09.10.2003
Medien (diese Seite): caha
Autor: caha

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