Hoffnung nach der Unabhängigkeit
Politik und Wirtschaft Namibias
Seit diesem Tag ist die "Republic of Namibia", so die offizielle Staatsbezeichnung, eine unabhängige demokratische Republik mit Präsidialregime. Staatsoberhaupt und Regierungschef sowie oberster Befehlshaber der Streitkräfte ist der Präsident. Er wird in direkter Wahl auf fünf Jahre gewählt, wobei nur eine Wiederwahl möglich ist.
Namibias demokratische Verfassung ist mustergültig: In einem umfangreichen und nicht veränderbaren Grundrechtskatalog garantiert sie Presse- und Religionsfreiheit, ächtet Todesstrafe und Folter ebenso wie Rassismus und sichert die Unabhängigkeit der Justiz.
Die Befürchtung der 75.000 weissen Namibier, nach dem Machtwechsel könnte es zu Rache-Akten, Restriktionen und Zwangsenteignungen seitens der schwarzen Bevölkerung kommen, erfüllten sich nicht. Namibia hat von der Gnade der späten Geburt profitiert: Die Regierung setzte auf Versöhnung, Kontinuität und Wandel gehen weitgehend Hand in Hand. Namibias Wirtschaft honorierte dies mit Aufschwung. Das an Bodenschätzen äusserst reiche Land exportiert überwiegend Diamanten, Uran, Kupfer, Blei und Zink. Daneben bilden Rinderzucht, Fischfang und Fischverarbeitung und vor allem der ständig an Bedeutung gewinnende Tourismus die wichtigsten Wirtschaftszweige.
Für den grössten Teil der 1.522.000 farbigen Einwohner Namibias, von denen gut die Hälfte im wenig erschlossenen Owamboland im Norden Namibias lebt, hat sich der Traum von einem besseren Leben nach der Unabhängigkeit nicht erfüllt. Ihre soziale Absicherung ist weiterhin minimal, die Arbeitslosenquote mit 40% ungebrochen hoch und noch immer sind über 60% - besonders der ländlichen Bevölkerung - Analphabeten.
Urlaub wie Sie ihn planen