Riviera Maya - Yucatan Halbinsel
Urlaub beim Regengott
Dschungel, Mangrovensümpfe, geheimnisumwitterte Maya-Ruinen und endlose Strände. Diese Vielfalt macht die Riviera Maya zu einem der interessantesten Flecken auf der Landkarte Yucatans. Wie mit dem Lineal gezogen, zieht sich die Strasse durch den Dschungel. Gebüsch, Dornengestrüpp und niedrige Bäume machen ein Eindringen unmöglich. Würde nicht regelmässig gerodet, wäre die Strasse in kürzester Zeit wieder zugewuchert. Es wundert nicht, dass auch heute noch immer wieder Ruinen der Maya entdeckt werden.
Holprige Wege führen von der Strasse weg zu kleinen Mayadörfern. Das Leben spielt sich ab, wie zu Zeiten der alten Maya. Die Menschen vor den einfachen Hütten haben noch die gleichen markanten Gesichter, die von den uralten Bildnissen bekannt sind. Auch die Form der Hütten hat sich nicht verändert. In einem Oval sind Holzstangen in der Erde verankert und mit Lehm verputzt. Ein Strohdach schützt vor Sonne, Wind und den seltenen Regen. Zwischen den Hütten scharren Hühner und Truthähne nach Essbarem. Touristen werden kaum beachtet. Viel wichtiger ist der brodelnde Eintopf auf dem offenen Feuer. Schwatzend sitzen Frauen vor den offenen Türen, pulen Maiskörner von den Kolben. Auf alten Steinen werden sie zu Maismehl zerrieben, die Grundlage für die täglich frischgebackenen Tortillas. Etwas gelangweilt werden Hängematten und bestickte Blusen hochgehalten. Es ist mehr ein "Schau, ich hab auch welche" als eine Aufforderung zum Kauf.
Playa del Carmen - vom Fischerdorf zum Seebad
Trotz einer rasanten Entwicklung, konnte Playa del Carmen sich den Charme eines Dorfes erhalten. Längst nicht so bekannt wie Cancun, bestimmt eine entspannte Atmosphäre den Alltag. Vielleicht ist es genau das, warum viele Lebenskünstler, Maler und Bildhauer nach Playa del Carmen gezogen sind. Die Werkstätten sind zur Strasse hin offen. Niemand hat etwas dagegen, wenn bei der Arbeit zugeschaut wird. Im Gegenteil, es ist immer Zeit für einen kleinen Plausch. In den Strassen geben Musikanten ein Ständchen, manchmal treten Folkloregruppen auf. In bunten Kostümen wirbeln Tänzer und Tänzerinnen über das Pflaster. Anschliessend ein Bummel über den schneeweißen Strand. Palmen wiegen sich sanft im Wind. Mit einem Cocktail in der Hand, könnte man stundenlang den Wellen zusehen. Der Himmel ist die Kulisse für Pelikane, die im Sturzflug nach Fischen jagen. Möwen versuchen sich gegenseitig die Beute streitig zu machen. Schnell wird es dunkel. Nur die Lichter der Fähren nach Cozumel blinken in der Dunkelheit.
Tulum - Hafen der Maya
Die Ruinenstadt zieht wie ein Magnet die Besucher an. Es sind nicht die alten Gebäude, sondern die wunderschöne Lage an der Karibik-Küste. Zwischen dem grünen Buschwald und der türkisfarbenen Karibik-Küste liegt die Stadt hoch über dem Meer. Die "Stadt der Morgenröte", wie die Maya sie nannten, war ein wichtiger Handelsplatz mit Verbindungen nach Belize und Honduras. Es wird angenommen, dass das höchste Gebäude auf der Klippe einst als Leuchtturm genutzt wurde. Lichter sollen den Seeleuten den Weg zum schmalen Durchbruch im Riff gewiesen haben. Die Gebäude liegen grau, vom tropischen Klima angegriffen in der Sonne. Wie sie damals aussahen, nämlich bunt bemalt, ist noch in Spuren im "Tempel der Fresken" zu erkennen. Es muss für die Spanier ein unvergesslicher Eindruck gewesen sein.
Zwischen den roten, gelben und blauen Häusern gingen die Maya in bunten Trachten ihren Geschäften nach. Im Hafen ankerten Schiffe mit Obsidian, Jade und vielen anderen Kostbarkeiten die verkauft werden sollten. An besonderen Festtagen saßen das Oberhaupt und die Priester federngeschmückt auf den Terrassen, vollbrachten die geforderten Opferriten. Besonders Chaac, der Regengott, verlangte Opfergaben. Yucatan ist staubtrocken. Der wenige Regen versickert schnell im Kalksteinboden. Es war daher für die Maya wichtig den Regengott bei Laune zu halten. Die Maisfelder mussten regelmässig gewässert werden. Blieb die Ernte aus, drohte eine Hungersnot. Wird sonst überall irgendwelchen Regengöttern geopfert, um schwere Unwetter abzuwenden, sehnten die Maya den Regen regelrecht herbei. Und war Chaac, der Regengott mit der Rüsselnase, mit den Opfergaben zufrieden, kam es zu ausreichenden Regenfällen.
Mit Baedeker und Bikini
Neben der Fotokamera, sollte auf keinen Fall das Badezeug bei einem Besuch der Stadt fehlen. Vor den Ruinen breitet sich ein kleiner Strand aus. Natürlich auch hier der weiße Sand und ein paar schattenspendende Palmen. Ist der Wellenschlag an der Riviera Maya durch das vorgelagerte Riff sanft, ist er in Tulum manchmal recht kräftig. Das schützende Riff hat hier einen Durchbruch. So gelangen die Wellen ungebrochen bis an den Strand. Eine wunderbare Abwechslung einmal in den hohen Wellen herumzutollen.
Urlaub wie Sie ihn planen