Fès - älteste der vier Königsstädte
Die Quelle der Weisheit
Im Jahre 808 durch den damals erst sechzehnjährigen Moulay Idriss II. gegründet, entwickelte sich die Stadt rasch zu einem Reich der Künste und Wissenschaften, das zahllose Dichter, Philosophen und Ärzte anzog. Streift man durch die Strassen des alten Stadtkerns, Fès el Bali genannt, spürt man noch immer die Anziehungskraft, die einzigartige Atmosphäre, die von dieser Stadt ausgeht.
Das Bild der Stadt hat sich seit einem halben Jahrtausend bis auf den heutigen Tag erhalten. Fès el Bali, 1976 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, ist eine der grössten Medinen (Altstadt) der Welt, eine Art Superbasar, ein Labyrinth von Strassen und engen, winkligen Gässchen, die oft genug in einem Netz von Sackgassen enden; insgesamt 9.400 soll einmal jemand gezählt haben...
Zugleich befinden sich hier die bedeutendsten Moscheen und Medersen (theologische Hochschulen), darunter auch die berühmte El Qarawîn Moschee, an der der spätere Papst Silvester II. das Dezimalsystem mit den arabischen Ziffern und dem Gebrauch der Null kennengelernt haben soll, das er dann in Europa einführte.
Den schönsten Blick auf Fès hat man von der 16 Kilometer langen Umgehungsstrasse aus. Hoch über der Stadt blickt man auf das verschachtelte Häusermeer, das noch vollständig von der alten Stadtmauer umschlossen ist und fast scheint es, als duckten sich die Häuser hinter dem mächtigen Schutzwall, als suchten sie Zuflucht vor den Stürmen der neuen Zeit.
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