03.05.2001

Manaus - Stadt des Kautschuk

Ein Zeichen von Luxus

Teatro Amazonas in Manuas
Anfang des 19. Jahrhunderts war Manaus nur ein befestigter Marktflecken namens Barra. Entstanden war der Ort aus einem Fort, das die Portugiesen 1669 gebaut hatten, um sich vor den Spaniern zu schützen. Die Portugiesen waren es auch, die bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts von den Indianern lernten, wie man aus Kautschuk Gefässe herstellt und mit ihnen Stoffe imprägniert. Durch den beginnenden Handel mit Kautschuk wurde Barra im Jahre 1850 unter dem Namen Manaus Hauptstadt der Provinz.

 

Als schliesslich 1893 Charles Nelson Goodyear die Vulkanisation von Kautschuk erfand, dank derer die ersten Reifen hergestellt wurden, erblühte der Handel, der von nun an eng mit der Zweirad- und Autoindustrie verbunden war. Amazonien besass das Monopol auf den wertvollen Rohstoff und konnte die Preise diktieren. Der Kautschuk-Boom bescherte der Stadt einen unglaublichen Luxus. Als Symbol für den Überfluss, der in diesen Zeiten in Manaus herrschte und als Wahrzeichen der Stadt gilt heute noch das "Teatro Amazonas".

 

Es wurde 1896 von Doménico de Angelis im neoklassizistischen Stil entworfen. Baumaterialien und am Bau beteiligte Künstler kamen aus Europa. Die Kuppel ist ein Meisterwerk tropischen Dekors, verziert mit grünen, gelben, blauen und roten Fliesen, die aus Frankreich importiert wurden. Innen herrscht ebenfalls eine prunkvolle Atmosphäre. Hier wurden Elemente des Jugendstils eingearbeitet, Lüster aus Muranokristall, vergoldete Balkone, Gemälde von Capranesi und de Angelis an den Wänden.

 

Teatro Amazonas in Manuas
Dank der Restaurierung des Prachtbaus kann man sich auch heute noch gut die Atmosphäre vorstellen, in der sich damals Adel und Neureiche an diesem Ort ein Stell-dich-ein gegeben haben und, wie seinerzeit Fitzcarraldo, entzückt den europäischen Operngrössen lauschten. Noch heute finden hier das ganze Jahr über Opern- und Ballettaufführungen statt. Manchmal gibt es auch Gratiskonzerte, bei denen man sich allerdings rechtzeitig anstellen muss, denn es gilt das Prinzip - first come - first served. Das Kuriose an diesen Aufführungen ist, dass die Gäste auf der Bühne sitzen - ein Erlebnis der besonderen Art. Das Theater kann täglich, ausser sonntags, von 10.00 bis 17.00 Uhr besichtigt werden.  Das Veranstaltungsprogramm bekommt man bei der Führung, im Anzeigenteil der Zeitung oder in Hotels.
 

Letzte Änderung: 03.05.2001
Medien (diese Seite): ulha
Autor: ulha

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