Mallorca: Palma und seine Vergangenheit
Juwel der Balearen
Einsame Zeugen dieser Epoche sind die Banys Arabes aus dem 10. Jahrhundert in der Calle Serra. Der historische Kern der Altstadt erstreckt sich um die Kathedrale Sa Seu und den Almudaina-Palast. Die Kathedrale ist das Wahrzeichen von Palma. Das Juwel der spanischen Gotik liegt direkt am Hafen. König Jaume I. begann mit dem Bau, nachdem er Mallorca von der Maurenherrschaft befreit hatte. Im Jahre 1601 wurde sie schließlich fertiggestellt. Wer das imposante Gotteshaus einmal besichtigen möchte, sollte sich vormittags auf den Weg machen. Denn dann scheint die Sonne durch die Rosette in der Hauptapsis und erfüllt den Innenraum mit eindrucksvollem Licht. Die Rosette besteht aus über 1.200 einzelnen, bunten Glasstücken. Mit einem Durchmesser von elfeinhalb Metern ist sie die größte der Welt.
Hier beginnt die maritime Welt der Reichen. Yachten aus aller Herren Länder liegen an den Gastpiers des Real Club und in Porto Pi. Sie verleihen diesem Abschnitt das Flair von Luxus und Fernweh. Den Abschluss bildet die Estacio Maritima. Sie ist die Anlegestelle der Fähren zum Festland und zu den anderen Balearen-lnseln.
Mehr als 350.000 Einwohner von Mallorca wohnen heute in Palma. Die Bevölkerung in der Metropole hat sich in den vergangenen 30 Jahren fast verdoppelt. In der vom Bauboom und dem Massentourismus unberührten Altstadt jedoch scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wie eh und je pflegen die Mallorquiner hier ihre Traditionen und Gebräuche.
Mittagszeit: Heiß und stickig ist es mittlerweile in Palma. Die Kleidung klebt den Besuchern am Körper - eine Stärkung wäre jetzt nicht schlecht. Das "Cafe Lirico" zählt seit hundert Jahren zu Palmas beliebtesten Treffpunkten und bietet die Wahl zwischen 20 verschiedenen Kaffeesorten. Hier, am lärmenden Plaza Rei Juan Carlos, perlt aus Springbrunnen die Illusion von Kühlung. Ein schattiges Plätzchen ist schnell gefunden. Sitzen - eine Wohltat für geplagte Füße.
Gegen 15 Uhr geht die Stadttour weiter. Palma schläft, und die sonst so hektische Metropole wirkt wie ausgestorben. Die Touristenströme sind am Strand und kühlen sich im Mittelmeer ab. Der Paseo Borne, eine schattige Flanierpromenade mit steinernen Ruhebänken, ist um diese Tageszeit nur spärlich belebt. Bis 17 Uhr sperren sich die Geschäfte mit eisernen Rolläden vor jeder noch so eiligen Kundschaft. Eine alte Blumenfrau döst neben ihren Rosen, Gladiolen und Sonnenblumen.
Müde blinzelt ein struppiger grauer Kater von seiner Treppenstufe herunter. Er scheint zu denken: Selbst schuld, wer bei 30 Grad durch die engen Gassen von Palmas Altstadt schlendert. Einladend wirken die vielen schattigen Innenhöfe im Barrio Antiguo. Wer würde hier nicht gerne seine Siesta abhalten. Die dicken Sandsteinmauern der alten Patrizierhäuser dahinter wehren die Hitze ab. Immer mehr werden detailbesessen restauriert. Die Fassaden erhalten ihren typischen gelblichen Farbton und die Persianas (Blendläden) leuchten in sattem Blaugrün - ein schöner Anblick.
Mit der Dämmerung setzen wie auf Befehl Lärm und quirliges Treiben ein. Genug gesehen für einen Tag. In einem der vielen gemütlichen Restaurants in der Altstadt kehren die erschöpften Sightseer ein. Eiskalter Weißwein und wunderbar-würzige Tapas wecken schnell die Lebensgeister. Am nächsten Tag geht´s weiter.
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Mallorca hat eine Unmenge von Stränden aufzuweisen, so dass jeder hier noch ein Plätzchen finden kann, wo er sich wohlfühlt. Der Nachwuchs kann an den überwachten Stränden gefahrlos plantschen und erste Schwimmversuche machen. Wer es gern unterhaltsam mag, der ist bestens an dem lang gestreckten, breiten, goldfarbenen Sandstrand von S`Arenal bzw. an der Platja de Palma aufgehoben. Hier ist einiges los.
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