18.05.2005

Mallorca - Aktiv in den Frühling

Zu Fuß, per Rad & mit Pferd

Windmühle auf Mallorca
Mit dem Rad durch den Frühling - Auf den Straßen herrscht nur wenig Verkehr, die milden Temperaturen machen die Fahrt durch die Ebene zu einem Vergnügen. Entlang mauerngesäumter Straßen stehen die knorrigen Olivenbäume. Schon von weitem leuchten die roten Blüten des Klatschmohns, und es duftet nach Kräutern. Zwischendurch einfach absteigen und die Natur bewundern. Die Zeit scheint still zu stehen. Schafe grasen unter blühenden Obstbäumen, in der Ferne bellt ein Hund. Die Bauernhöfe scheinen verlassen, nur dann und wann lässt sich ein Mensch blicken.

 

Die meisten sind auf dem Markt in Sineu. Der Ort ist jetzt im Frühjahr kein Ziel der Ausflugsbusse, sondern Treffpunkt und Nachrichtenbörse der Bauern aus der Umgebung. Seit 700 Jahren hat sich hier wenig geändert. Die schwarzen Schweine quieken laut, als wüssten sie, dass die bald als Schinken im Laden hängen. Hühner, Gänse und Singvögel, alles zwitschert und schnattert. Ein paar Schritte weiter türmt sich Obst und Gemüse, flattern Tischdecken und Wäsche im Wind. Es ist noch ein richtiger Markt, auf dem es alles zu kaufen gibt. Da wo die Einheimischen sind, haben auch die Lokale geöffnet. Wer nicht dem Treiben zu sieht, sitz in einer der Kneipen, stärkt sich bei deftiger Suppe und Paprikawurst. So gestärkt, fällt das Radeln auch nicht schwer.

 
Kloster Lluc, Mallorca
Auf Schusters Rappen durch den Frühling - Seit 800 Jahren machen sie sich auf den Weg, die Wallfahrer. Singend und betend wandern die Pilger bergauf und bergab zum Kloster Lluc, zur schwarzen Madonna.

 

Was einst als kleine Kapelle für die Gottesmutter begann, endete mit dem Klosterbau. Heute ist das Kloster von Lluc eines der wenigen, in dem noch Mönche leben. Neben der Kirche und der Madonna bietet das Kloster noch eine weitere Besonderheit: die "Blavets". Es ist der Kirchenchor, der wegen der blauen Kragen der Uniform, "Blavets" genannt wird. Eben noch gab es Gerangel beim Fußballspiel, eine Balgerei in der Schulhofecke. Wenig später, geordnete Aufstellung in der Kirche und konzentrierter Blick auf die Noten. Zweimal am Tag gibt es neben Unterricht und Sport noch ein Chorkonzert. Für die Jungen eine Abwechslung, für die Besucher ein Hörgenuss.

 

Ist das Kloster das Ziel der Pilger, ist es der Start für die Wanderer. Feste Schuhe und Proviant im Rucksack, dann geht es los. Gleich hinter dem Kloster beginnt der Wald und die Felsen. Regen und Wind haben die Kalkfelsen ausgewaschen, ihnen teilweise eine bizarre Form gegeben. In noch so kleinen Spalten wachsen Blumen und Kräuter. Es duftet nach dem Harz der Pinien und nach wildem Thymian. Langsam führt der Weg bergauf. Es ist einer der alten Schneewege. In der Zeit ohne Kühlschrank, zogen die Mallorquiner im Winter auf diesen Wegen ins Gebirge zum Schneesammeln.

 

Heute sind die Schneehäuser verfallen, in denen das Eis gesammelt wurde, bevor es ins Tal transportiert wurde. Aber mit dem Bau von Eisfabriken, starb dieser Brauch aus. Die Kraxelei geht weiter. Schafe weiden das frische Gras ab, Ziegen schauen neugierig hinter Felsen hervor. Ein Hirte ist nirgendwo zu sehen. Die Pinien und Eichen liegen schon tief im Tal. Hier oben gibt es nur die kahlen Felsen der Tramuntana. Kein Baum, nur kleine Sträucher und Grasbüschel im Wind, der aus den tiefen Schluchten heraufweht. Aber die Mühe hat sich gelohnt. Es ist ein herrlicher Blick über Berge und Schluchten, die Wälder im Tal und das tiefblaue Meer in der Ferne. Mallorca von der herben Seite.

 

Strände, Mallorca

 

Mit einem PS durch den Frühling - Der Strand ist menschenleer, nur auf der Promenade einige Müßiggänger. Die Pferde sind gesattelt, fertig zum Ausritt. Unter den Hufen spritzt das Wasser hoch, knirschen Muschelschalen. Wolkenlos ist der Himmel, im Dunst die steil ins Meer stürzenden Felsen, die Nachbarinsel Menorca. Schneeweiß glitzern die Salinen in der Sonne. Etwas geruhsamer geht es dann durch die Dünen. Einsam liegt der kleine Strand mit dem schattigen Pinienwald. Er lädt zur kurzen Rast ein. Ein leises Rauschen des Windes, sonst Stille. Nur die Pferde schnauben. Ihnen hat der Ritt noch nicht gereicht. Auf schmalen Pfaden geht es zurück an den Strand, zurück zum Stall.

 

Der frische Seewind hat hungrig und durstig gemacht. Auf der Finca zischt schon die Kaffeemaschine, duftet frisch gebackenes Brot auf der Terrasse. Der Pool ist zwar gefüllt, aber für einen Sprung ins Nass, ist es dann doch zu kühl. Die Pferde werden versorgt, so ist das Sonnenbad nicht mit einem schlechten Gewissen verbunden. Die Katze nimmt sich ein Beispiel, liegt blinzelnd in der Sonne. Ganz aufgegeben wurde die Landwirtschaft nicht, es kamen nur ein paar Gästezimmer dazu. So kann der Alltag richtig miterlebt werden. Ist für den Gast Entspannung angesagt, hört die Arbeit für die Hausherren nicht auf. In der Küche werkelt die Oma, der Sohn versorgt die Tiere. Wer will darf helfen, es gibt immer was zu tun. Nur die Senora sitzt mit auf der Terrasse. Ein zwangloses Gespräch in gemütlicher Runde, Tipps für den Ausflug am nächsten Tag, Geschichten aus dem Alltag. Eigentlich ist Mallorca zu allen Jahreszeiten schön. Aber besonders im Winter zeigt sich ein anderes, das wahre Gesicht. Ob zu Fuß, per Rad oder Pferd, Mallorca will immer wieder neu entdeckt werden.

 
Mallorca, Ibiza: Lastminute-Reisen & Reise-Tipps

Mallorca hat eine Unmenge von Stränden aufzuweisen, so dass jeder hier noch ein Plätzchen finden kann, wo er sich wohlfühlt. Der Nachwuchs kann an den überwachten Stränden gefahrlos plantschen und erste Schwimmversuche machen. Wer es gern unterhaltsam mag, der ist bestens an dem lang gestreckten, breiten, goldfarbenen Sandstrand von S`Arenal bzw. an der Platja de Palma aufgehoben. Hier ist einiges los.

mehr

 

Letzte Änderung: 18.05.2005
Medien (diese Seite): doje, rde
Autor: doje

Drucken