13.06.2001

Antananarivo oder Tana

Länger oder kürzer - der Hauptstadtname Madagaskars

Antananarivo - Rova Palast
Die Namen in Malagasy, der einheitlichen Sprache der zahlreichen verschiedenen Volksstämme, die über die Jahrhunderte auf der Insel heimisch geworden sind, hören sich für europäische Ohren kompliziert an und sind sehr schwer im Gedächtnis zu behalten. Oft wimmelt es nur so von Vokalen. Das beste Beispiel ist die Hauptstadt Antananarivo. Ein Glück, dass selbst die Einheimischen die Kurzform Tana bevorzugen. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert errichtete unweit der heutigen Stadt der Merinakönig Andriankja ein befestigtes Königreich und auch in den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich Tana zum politischen und wirtschaftlichen Zentrum des Merina-Reiches.

 

Zwar sorgte Frankreich als Kolonialmacht dafür, dass die Monarchie abgeschafft wurde, doch auch deren Gouverneur wählte die Stadt als seinen Amtssitz. Heute ist Antananarivo die einzige Stadt des Landes, die man, wenn auch nur bedingt nach grossstädtischer Elle messen kann. Im Grossraum von Tana leben rund 1,5 Millionen Menschen. Parallel mit der grossen Armut, die besonders auch die Bevölkerungsgruppe trifft, die als landflüchtige Bauern nach Tana kommen, wächst die Kriminalität.

 

Zumindest in dieser Hinsicht kann sie sich mit den grossen Metropolen unserer Erde messen. Doch natürlich findet man in Tana auch andere Merkmale einer Grossstadt wie Supermärkte, Kinos, Restaurants, einige Hotels und ein sich auf tiefen nationalen Wurzeln entwickelndes kulturelles Leben.

 

Blick auf das alte Antananarivo
So ist die Hauptstadt letztlich auch Anziehungspunkt für die besseren Schichten, wie zum Beispiel die Volksgruppen der Betsileo oder der Betsimisaraka. Traditionsgemäss stellen in Tana die Merina den grössten Bevölkerungsanteil und nehmen die Schlüsselstellungen in Politik und Wirtschaft ein. Die Merina sind mit rund vier Millionen Menschen auch die mit Abstand grösste Bevölkerungsgruppe des Landes, die am deutlichsten durch den aisiatischen Einfluss geprägt ist und im Gegensatz zu anderen Gruppen sehr helle Haut haben. Zu den schönsten Plätzen in der Metropole gehören der Lac Anosy mit den herrlich lila blühenden Jacaranda Bäumen und die über dem See thronenden Reste der alten Rova (Schloss). Nicht entgehen lassen sollte man sich auch einen Bummel über den Zoma, den Freitagsmarkt, der seinesgleichen suchen dürfte.
 

Letzte Änderung: 13.06.2001
Medien (diese Seite): axel
Autor: axel

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