21.06.2005

Klaipeda - das Tor zum Westen

Handel- & Hafenstadt an der Ostsee

Ännchen von Tharau auf dem Theaterplatz in Klaipeda
Schon immer lebte die Stadt vom Handel. Bereits während der Zeit des Ritterordens bestimmte Handel und Verkehr das Leben in Klaipeda, dem alten Memel. Langsam kehrt die Geschäftigkeit der alten Zeit wieder zurück.

 

Am Hafen reiht sich Ladekran an Ladekran. An den Kais werden Waren entladen, Schiffe mit Waren beladen. Es stapeln sich Container aus aller Herren Länder. Fähren aus Kiel und Rügen legen an, Fähren zur Kurischen Nehrung legen ab. Passagiere der Kreuzfahrtschiffe bereiten sich auf den Landgang vor.

 

Speicherhäuser und Plattenbauten
Auf den ersten Blick wirkt die Stadt etwas trostlos. Es gibt sie noch, die alten Lagerschuppen, die Speicherhäuser mit vergilbten deutschen Aufschriften. Aber in der Stadt dominiert der exotische Reiz der Plattenbauten, die schon bessere Tage gesehen haben. Während des Krieges hat die Stadt sehr gelitten. Von den ursprünglichen Häusern der Altstadt ist nicht mehr viel übriggeblieben. Mit viel Liebe wurden die alten Häuser wieder aufgebaut oder restauriert. In der ehemaligen Hohen Straße sieht man sie wieder, die Fachwerkhäuser, die so norddeutsch aussehen, so gar nicht nach Baltikum.

 

Ännchen von Tharau
Durch gepflasterte Straßen führt der Weg unweigerlich zum Theaterplatz. Riesig ist er, wird beherrscht vom wiederaufgebauten Theater. Natürlich im Stil des Neoklassizismus, wie es damals Mode war. Alles sah nach Antike aus, bekam Giebel wie ein griechischer Tempel. 

Aber weniger das Theater, als vielmehr der Simon-Dach-Brunnen, lockt die Besuchergruppen an. Er wird wieder gekrönt von der Statue des Ännchen. Jeder will sie fotografieren, einige das bekannte Lied mit den immer gegenwärtigen Musikern singen. Heimwehtouristen zerdrücken eine Träne. Die Originalstatue ist verschwunden. Es geht das Gerücht, dass Anhänger eines gewissen großen Führers sie verschwinden ließen. War sie doch die Einzige, die ihm während einer Ansprache den Rücken kehrte. Seit 1989 ist sie wieder da, schön anzusehen, egal ob von vorne oder von hinten.

 

"Schweinerei"
Viele Cafés und Restaurant gruppieren sich um den Platz, laden zum Ausruhen und Essen ein. Aber leicht ist die litauische Küche nicht. Es ist schon interessant, was aus Schwein alles gekocht, gebraten und gesotten werden kann. Wie wär´s mit geräucherten Schweineohren zum Bier? Das ist die litauische Alternative zum bayrischen Radi. Frikadellen, Kartoffelklöße und –aufläufe sowie Pfannkuchen, addieren sich mit einem vorzüglichen Bier zu einer kalorienreichen Mahlzeit. Anschießend ist erst recht eine Verschnaufpause fällig.

 

Klaipeda alternativ
Klaipeda ist aber nicht nur Altstadtbesichtigung. Lebhaft geht es auf dem Markt zu. Es wird verkauft, was Hof und Garten hergibt. Bauersfrauen haben kleine Verkaufsstände aufgebaut, bieten Obst und Gemüse an. Zwischen Geflügel quiekt so manches kleine Ferkel, was den Besitzer wechseln soll.

 

Stumm dagegen ist die Unterwasserwelt im  Litauisches Meeresmuseum. Lautlos ziehen die Fische in den Aquarien ihre Bahn, schauen neugierig den Besucher an. Wer besichtigt hier wen? Das Wasser spritzt in Fontänen hoch, wenn Flipper und seine Kollegen ihre Show abziehen. Das Spiel mit Bällen, Tauchen nach Ringen und Saltos gehören zum Programm. Der anschießend servierte Fisch ist ein Muss. Auch Delphine brauchen ihre Motivation.

 

Alte Uhr im Uhrenmuseum von Klaipeda
Was die Stunde geschlagen hat, kann im Uhrenmuseum überprüft werden. Über die Entwicklung bis zur Konstruktion wird erfährt man hier alles. Im Hof wird die Zeit mit verschiedenen Sonnenuhren angezeigt - wenn sie denn scheint. Wie wäre es mit einem Konzert im Museumshof? Eine Besichtigungspause ist auch unterhaltsam, wenn das Glockenspiel von Klaipeda ertönt.

 

Stadtluft macht frei, freier durchatmen kann man aber am Strand der Ostsee. Palanga, mit weißem Strand, ist nur wenige Kilometer entfernt. Sonnenbaden und Strandspaziergänge sind Erholung vom Besichtigungsstress. Baden - na ja. Das Wasser der Ostsee ist mehr als erfrischend. So springen auch nur ganz abgehärtete Naturen ins Nass.

 

Ebenfalls beschaulich und ruhig ist es auf der Kurischen Nehrung. Die liegt nur einen Steinwurf von Klaipeda entfernt, nur getrennt durch die schmale Öffnung des Haffs.

 

Informationen:
 Litauisches Meeresmuseum: Smiltynes pl. 3, LT-93100, Klaipeda.
 Uhrenmuseum: Liepu Str. 12, LT-93100, Klaipeda.
 

Letzte Änderung: 21.06.2005
Medien (diese Seite): doje
Autor: doje

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