Laos - Luang Prabang : Königsstadt im Dschungel
Wie ein Juwel eingefasst zwischen hohen Bergen und Flüssen
Luang Prabang liegt wie ein Juwel eingefasst zwischen hohen Bergen und Flüssen mitten in einem dichten, tropischen Dschungel. Heilige Monumente – Stupas genannt – schimmern golden durch das grüne Blätterdach. In der Morgendämmerung sieht man die Mönche in ihren safranfarbenen Roben aus den Klöstern strömen – eine lange Kette, die durch die Straßen leuchtet.
Barfuss laufen sie durch die Strassen von Luang Prabang, um in ihren hölzernen Schüsseln Spenden einzusammeln. Und die Einwohner stehen schon bereit: Reis und Gemüse wandern in die Schalen. Die Laoten geben gerne, denn diese Wohltat bringt sie selbst ein Stück weiter auf ihrem Lebensweg der guten Taten. Die Stadt und ihre Bewohner ist ganz vom Buddhismus geprägt. Eine goldene Buddha-Statue – Pra Bang genannt – ist denn auch Namenspate für die ehemalige Königsstadt Luang Prabang, in der heute 15.000 Menschen wohnen. 500 davon sind Mönche.
Das macht die allmorgendliche Prozession zu einem so besonderen Ereignis. Denn nirgendwo sonst leben so viele heilige Männer auf engem Raum, stehen so viele Tempel dicht gedrängt beieinander. 33 Heilige Bauten und 111 laotisch-französische Gebäue aus der Kolonialzeit machen die Stadt zu einem einzigartigen Freilichtmuseum. Um diese ganz spezielle Atmosphäre zu bewahren, wurde Luang Prabang 1995 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt: Sie gilt sogar als die besterhaltenste historische Stadt in ganz Südostasien.
Die Tempel stammen aus dem 16. Jahrhundert – die einzigen Gebäude, die damals aus Stein gebaut werden durften. Die schönsten gibt es auf der Halbinsel zwischen Wat Xieng Thong und dem Königs-Palast zu sehen. Hier stehen auch die königlichen Residenzen der Lao-Familie. Der Tempel Wat Mai ist ein Prunkstück aus dem 18. Jahrhundert: Goldene Stuck-Reliefs zieren die Außenmauern – sie erzählen die Geschichte von Pavet, der letzten Inkarnation des historischen Buddha. Der Tempel Wat Pak Khan – auch die holländische Pagode genannt – zeigt in den Holztüren holländische Händler, die im 17. und 18. Jahrhunderts die Stadt besuchten.
Eines der Highlights ist das Kloster Wat Xieng Thong – ein Monument aus einem exotischen Märchen. Hibiskusblüten und Bougainvillea leuchten in Rot und Purpur in den Gärten. Zwischen Palmen erhebt sich der Haupttempel mit seinem geschwungenen Dach und den glasierten Schindeln. Die Rückseite ziert ein Mosaik aus Glasstücken – und innen verzaubern goldumrandete Holzsäulen und Wandbilder.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts stand Laos unter siamesischer Herrschaft, wurde dann zu französischem Territorium. Die Franzosen passten ihre Bauweise den klimatischen Bedingungen des Landes an, wollten aber auf französisches Savoir Vivre nicht verzichten – der typische laotisch-französische Architekturstil war geboren. Der ehemalige Königspalast ist eines der schönsten Beispiele: Asiatische Wandmalereien, italienischer Marmor, französische Spiegel und tschechische Kronleuchter zieren das Gebäude.
Luang Prabang liegt zwischen den Flüssen Mekong und Khan. Die ersten Entdecker kamen per Boot und auch heute kann man noch in hölzernen Langbooten über den Mekong gleiten – vorbei an dschungelgrünen Sandbänken und tiefen Kalksteinschluchten. Kleine Dörfer laden zu Zwischenstopps ein – hier kann man zur Stärkung auch gleich den Mondscheinwhisky probieren. 25 Kilometer flussaufwärts liegen die Pak Ou Grotten – heilige Höhlen, die mit Hunderten vergoldeter und hölzerner Buddha-Statuen gefüllt sind. Von hier zweigt der Fluss OU ab: Seine Ufer bieten eine noch viel dramatischere Schluchten-Szenerie als der Mekong. Auf dem Fluss herrscht außerdem reges Treiben: Frachtboote, Dorfleute und Händler - mangels Infrastruktur findet das Leben auf dem Fluss statt.
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