Lanzarote: Die spröde Schönheit
Endlose Felder aus schwarzem Lavastein
Der dramatischste Vulkanausbruch der jüngeren Geschichte ereignete sich vor fast 300 Jahren. Im Jahr 1730 spie das Erdinnere für einen Zeitraum von sechs Jahren Asche und kochend heißes Gestein, die weite der Insel unter sich begruben. Die beeindruckendsten Zeugnisse jener Eruptionen finden sich im Gebiet von Timanfaya im Südwesten: Bizarr aufgetürmte Lavaformationen, schroffe Krater und unwirkliche Landschaften wie von einem anderen Planeten. Und dazwischen immer wieder kleine Kakteen und zierliche Pflanzen mit leuchtendem Blattwerk, die sich in Senkungen und Nischen ducken und überall dort wachsen, wo die erkaltete Lava Schutz vor Wind und Sonne gewährt.
Den Naturgewalten von 1730 trotzte der Legende nach ein Schäfer namens Hilario. Mit seiner Herde zog er sich demnach auf ein Plateau zurück und ernährte sich während der nächsten Jahre von der einzigen Frucht, die dort wuchs: von Feigen. Auf jenem Felsen befindet sich heute ein Ausgangspunkt nebst Restaurant. Und in dessen Hof steht ein Feigenbaum, dessen Urahne vor rund drei Jahrhunderten den Schäfer durch die Dürrejahre geholfen haben soll.
Nicht weniger faszinierend ist ein Besuch der Cueva de los Verdes, einer imposanten Lavahöhle im Norden der Insel. Die Höhle ist Teil eines sich über rund sieben Kilometer erstreckenden Tunnellabyrinths, das vor fast vier Jahrtausenden entstand. Unterirdische Lavaströme ergossen sich seinerzeit durch die Röhren und flossen hinunter zum Meer. Als der Strom versiegte, erkaltete der Stein und schuf so ein Naturwunder, das auf rund einem Kilometer Wegstrecke entdeckt werden kann. Die Temperaturen Untertage sind erwartungsgemäß moderat und bewegen sich selbst in 50 Meter Tiefe um 20 Grad. Zum Finale der Führung erscheint in ebenso dramatisch wie stimmungsvoll beleuchtet ein kleiner See. Den sahen wohl auch schon die Piraten die die weit verzweigte Grotte in den Jahrhunderten zuvor als Versteck nutzten.
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