Zu Besuch in Hluhluwe-Umfolozi
Der älteste Wildpark in Südafrika
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Existenz der Wildreservate stark gefährdet. Für die Verbreitung der tödlichen Nagana- Seuche unter den Rinderherden machten die anliegenden Farmer die Wildtiere verantwortlich. Sie setzten 1929/30 den reihenweisen Abschuss und somit die Vernichtung der Wildbestände in Zululand durch. Über 96.850 Tiere wurden bis 1950 erlegt. Lediglich die Breitmaulnashörner wurden von diesem Niederschlachten verschont. Erst nachdem das umstrittene, weil giftige Insektizid DDT erfolgreich gegen die, die Naganaseuche übertragende, Tsetsefliege einsetzt wurde, konnten die Reservate bzw. die Tiere gerettet werden.
Die offene Savanne wird an manchen Stellen von dichtem Dickicht unterbrochen. Davon profitieren in erster Linie Impalas, Nyalas und Kudus. Um gegen das Vordringen der Verbuschung vorzugehen, bemühte man sich mit Hacke und Spaten das undurchdringliche Dickicht zu lichten. Der Erfolg war recht dürftig. In den 80er Jahren begann man damit, junge Elefanten aus dem Krüger-Park hier anzusiedeln, diese gingen wesentlich effizienter vor.
Die beiden Teile des Parks zeigen sich von der Atmosphäre her recht unterschiedlich. Hluhluwe wirkt mit seinen Galeriewäldern und dichtbewaldeten Hügeln eher tropisch. Die Landschaft des doppelt so grossen Umfolozi-Reservates zeigt sich wesentlich offener. Es liegt zwischen dem schwarzen und dem weissen Umfolozi Fluss. Eine Folge starker Erosion in den ausserhalb des Parks liegenden dichtbesiedelten Gebieten ist, dass der weisse Umfolozi nicht mehr ganzjährig Wasser führt. Massgeblich dafür war auch der Wirbelsturm Demonia, der den Galeriewald mit seinen monumentalen Sykomoren zerstörte.
Der Hluhluwe Umfolozi Park ist heute an biologischer Vielfalt kaum zu übertreffen. Er präsentiert sich mit ca. 400 Vogel- und mit über 50 Säugetierarten, unter ihnen die „Big Five“. Der Park wurde weltberühmt durch die Rettung der beiden Nashornarten. 1922 waren gerade noch etwa 20 Exemplare übrig geblieben. Heute beherbergt der Park ca.2.000 Breitmaul- und ca.300 Spitzmaulnashörner. Über 4.000 der schwergewichtigen „Rinos“ wurden bereits an andere Parks abgegeben.
In abwechslungsreicher und urwüchsiger Landschaft, zwischen 60 und 550 Meter Höhe, lassen sich hervorragende und unvergessliche Pirschfahrten unternehmen. Auf 214 Kilometer gut befahrbaren und miteinander verbundenen Strassen und Pisten sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tierbeobachtung gegeben. Die zum Teil dichte Vegetation, mit 1.250 verschiedenen Pflanzenarten, erhöht zusätzlich die Spannung des Aufspürens. Jede Kurve hält eine neue Überraschung bereit. Übernachtungsmöglichkeiten in den verschiedenen Camps innerhalb des Parks machen es möglich, bereits in den frühen Morgenstunden auf Entdeckungstour zu gehen. Von der Rundhütte über das Safari-Camp bis hin zur Bushlodge stehen dem Besucher verschiedenartige Unterkünfte zur Auswahl.
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