Meknès - das Versailles Marokkos
Einst die prächtigste unter den Königsstädten
Bereits im Jahre 1063 errichtete der berühmte Almoraviden-Sultan Jussuf Ben Tachfin nahe einer alten Berbersiedlung die Festung Tagrart. Diese bildet das Zentrum der heutigen Stadt Meknès, die der Sultan nach eben jenem Berberstamm, den Meknassen, benannte. In der nachfolgenden Almohaden-Zeit entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum. Aber erst unter Sultan Moulay Ismail, dem zweiten Souverän der heute noch regierenden Dynastie der Alaouiten, tritt Meknès 1672 aus dem Dunkel in das Licht der Geschichte.
Ein grossen Teil des Palastgebietes nahm der Harem ein: Über 500 Frauen aller Couleur und Abstammung verbrachten hier ihre Zeit im Müssiggang, nur in der Erwartung, die Gelüste ihres Herren zu befriedigen. Die abenteuerliche Anzahl von siebenhundert Jungen und eine unbestimmte Zahl Mädchen soll Moulay Ismail in den 55 Jahren seiner Regentschaft gezeugt haben. Doch Meknès war nur eine kurze Blütezeit beschieden. Nach dem Tode Moulay Ismails 1727 verlegten seine Nachfolger ihre Hauptstädte wieder zurück nach Fés und Marrakesch. In der Folge zerfielen die prachtvollen Palastanlagen oder wurden zerstört. Was von ihnen übrigblieb, erlag dem grossen Erdbeben von 1755, das gleichfalls Lissabon zerstörte. Standgehalten haben jedoch die gigantischen Mauern und monumentalen Tore, darunter das Bab el Mansour, das mächtigste und wohl auch schönste Tor Marokkos.
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