22.09.2003

Leben und Wirken Nelson Mandelas

Symbolfigur für den Wandel in Südafrika

Nelson Mandela - Symbolfigur des Wandels in Südafrika
Am 18. Juli 1918 wurde Nelson Rolihlahla Mandela in Mvezo, einem kleinen Ort im Distrikt Umtata, in der Transkei geboren. Sein Vater war Häuptling und Chefberater des Königs Jongintaba, der einen dem Xhosa-Volk zugehörigen Stamm regierte. Nach einem Zwist mit der Regierung wurde seinem Vater die Häuptlingswürde aberkannt. Rolihlahla und seine Mutter zogen daraufhin nach Qunu, einem Nachbarort, wo sie bei Freunden Unterstützung fanden. (Rolihlahla heisst wörtlich übersetzt "am Ast eines Baumes ziehen", oder im Volksmund "Unruhestifter". ) An seinem ersten Schultag erhielt er von seiner Lehrerin den „zivilisierten“ Namen Nelson. Nach dem Tod seines Vaters 1930 übernahm König Jongintaba den väterlichen Part der Erziehung.

 

In Fort Hare, bis 1960 die einzige höhere Bildungseinrichtung für Schwarze in Südafrika, nahm der junge Mandela an Studentenprotesten teil und musste daraughin die Universität verlassen. Er ging nach Johannesburg und arbeitete in einer Anwaltskanzlei. Nachts studierte er in Fernkursen Rechtswissenschaft, zuerst an der Universität of South Afrika, dann an der Universität of the Witwatersrand. Beim Busboykott von Alexandra marschierte er aus Protest gegen die Fahrpreiserhöhung mit und wurde dadurch vom Beobachter zum Teilnehmer.

 

Mandela trat 1944 dem Afrikanischen National Congress (ANC) bei und gründete mit Walter Sisulu, Oliver Tambo und anderen die Jugendliga des ANC. Nach Ende seines Studiums 1952 eröffnete er mit Oliver Tambo die erste schwarze Anwaltskanzlei Südafrikas. Der entschiedene Apartheidsgegner avancierte schnell zur Symbolfigur der unterdrückten schwarzen Mehrheit. Sein Aufruf zur gewaltfreien Übertretung der Rassengesetze 1952 hatte zur Folge, dass die südafrikanische Regierung ihm sämtliche politischen Aktivitäten verbot.

 

Mandela blieb auch weiterhin für den ANC aktiv und wurde während des Prozesses von 1956 bis 1961 des Hochverrats angeklagt, jedoch freigesprochen. Nach den Schüssen von Sharpeville 1961 wurde der ANC verboten und Mandela ging in den Untergrund. Von dort aus organisierte er den dreitägigen Generalstreik, der blutig niedergeschlagen wurde. Die Phase des gewaltlosen Widerstands war nun vorbei und der militärische Flügel des ANC „Speer der Nation“ wurde gegründet. Sabotageaktionen gegen das Apartheidsregime hatten zur Folge, dass er in der Nähe von Howick verhaftet wurde. Er war nun des Terrors, Umsturzversuchen und kommunistischer Aktivitäten angeklagt und wurde zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

 

Mandela befand sich bereits in Haft, als er und weitere Mitangeklagte 1964 im sogenannten Rivonia-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Die meiste Zeit verbrachte er im Gefängnis auf Robben Island, man brachte ihn dann ins Pollsmoor Gefängnis und schliesslich lebte er in einem Haus auf dem Gefängnisgelände in der Nähe von Paarl. In Südafrika und im Ausland traten viele für die Freilassung des berühmtesten politischen Gefangenen ein. Der damalige Präsident Botha bot 1985 Mandela die Freilassung unter bestimmten Bedingungen an, die dieser jedoch ablehnte. Auf inneren und äusseren Druck reagierend, kündigte Präsident de Klerk am 11. Februar 1990 die Freilassung Nelson Mandelas nach 27 Jahren Gefangenschaft an.

 

Der ANC wählte am 5. Juli 1991 Mandela zu seinem Präsidenten. Für die Bemühungen zur Abschaffung der Apartheid, die innere Versöhnung aller Südafrikaner und die Schaffung eines demokratischen Staates erhielten Nelson Mandela und Willem de Klerk im Dezember 1993 den Friedensnobelpreis. Nach Albert Luthuli und Desmond Tutu war Mandela der dritte schwarze südafrikanische Nobelpreisträger. Am 10 Mai 1994 wurde er zu ersten schwarzen Präsident Südafrikas vereidigt. Bereits in der Anfangsphase seiner Regierungszeit machte er bekannt, dass er spätestens 1999 nicht mehr als Präsident kandidieren wollte. Im Dezember 1997 trat er von seinem Amt als Präsident des ANC zurück. Thabo Mbeki wurde sein Nachfolger. 1998 feierte er seinen 80. Geburtstag. Mit den zweiten freien Wahlen im Jahr 1999 übergab er auch sein Amt als Staatspräsident an Thabo Mbeki und beendete damit sein politisches Lebenswerk.

 

Letzte Änderung: 22.09.2003
Medien (diese Seite): jut
Autor: jut

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