22.02.2004

Ladakhs Klöster

Klosterfeste und Zeremonien

Mönche bei der Erstellung einer Sandmandala
Bei einer Besichtigung der Klöster und Tempel Ladakhs wird der Besucher nicht selten Zeuge einer Gebetszeremonie, der Herstellung eines Sandmandalas, oder eines Klosterfestes. Wer sich früh zum Kloster von Tikse aufmacht, kann dort jeden Morgen einen Grossteil der über 100 Mönche bei der Morgenandacht beobachten, bei der in monoton-meditativem Sing-Sang Gebetsformeln rezitiert werden.

 

Mindestens einmal pro Jahr wird in den grösseren Klöstern Ladakhs ein Sandmandala hergestellt. Dabei wird verschiedenfarbiger Sand mit Hilfe von kleinen Röhrchen in fest vorgegebene geometrische Formen gestreut. Das Mandala ist einer Gottheit gewidmet, die symbolisch im Zentrum des Mandala in einem Palast wohnt. Der Fertigstellung folgen mehrere Zeremonien, bei der das Mandala aufgelöst und die Überreste in ein nahegelegenes Gewässer gestreut werden, was die Vergänglichkeit - ein Hauptthema der buddhistischen Philosophie - symbolisieren soll.

 
Klosterfest in Ladakhs
Berühmt sind Ladakhs Klöster für ihre mehrtägigen Klosterfeste bei denen unter anderem farbenprächtige Maskentänze aufgeführt werden, begleitet von Trompeten, Pauken und Blechinstrumenten. Die meisten Feste finden im Winter statt, wenn die Ladakhis Zeit haben und nicht auf den Feldern arbeiten müssen.

 

Manche Klöster, wie zum Beispiel das von Hemis, halten ihre Feste jedoch kurz vor oder nach der Erntezeit ab. Die Maskentänze haben eine jahrhunderte alte Choreographie und sollen den Zuschauern die Weisheiten der buddhistischen Lehre bewusst machen und so zu einem Leben ohne Ignoranz und Egoismus auffordern.

 

In Hemis sind die Maskentänze dem tibetischen Tantrameister Padmasambhava gewidmet, der im 8. Jahrhundert die buddhistische Lehre in ganz Tibet und Ladakh verbreitete. Hauptthema der Maskentänze ist der Sieg des Buddhismus über die alte animistische Bön-Religion. Es sind keine inszenierten Folklore- oder Kulturdarbietungen auf die man in Ladakhs Klöstern trifft, sondern Zeugnisse einer tiefen Verbundenheit des täglichen Lebens der Ladakhis mit der Religion des Buddhismus.

 

Letzte Änderung: 22.02.2004
Medien (diese Seite): rpra
Autor: rpra

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