22.09.2003

Die lange Geschichte Namibias

Veränderungen nach 27 600 Jahren

Hunsberge im Süden Namibias
Die ersten Spuren von Menschen im Gebiet des heutigen Namibia lassen sich bis weit in die Steinzeit zurückverfolgen. Buschmänner und Damara - die frühesten Bewohner Namibias - hinterliessen über 20.000 Felsmalereien und 15.000 Felsgravuren. Die ältesten Zeugnisse dieses frühen Kunstschaffens fand man in den Hunsbergen im Süden Namibias. Experten datieren die Felsbilder in der " Apollo 11" Höhle auf 26.000 vor Christus. Bis auf die Ansiedelung der Nama, früher auch Hottentotten genannt, im 1. Jahrhundert vor Christus und der einflusslosen Landung der Portugiesen in den Jahren 1486 und 1492, verläuft das Leben der Urbevölkerung Namibias fast 27.600 Jahre gleichförmig ruhig und friedlich.

 

Erst im 16. Jahrhundert verdrängen aus dem Nordosten Afrikas einwandernde Bantu-Völker wie die Ovambo, Kavango und Herero die Buschmänner und Damara in die unwirtlichen Randgebiete Nambias. Abermals verstreichen zweihundert - verhältnismässig ereignislose - Jahre.

 

Doch dann wendet sich das Schicksal schlagartig. Berichte der Rheinischen Missionsgesellschaft, die sich 1842 in Namibia niedergelassen hat, wecken das Interesse der Deutschen an Namibia.

 

Kolonialhaus in Namibia
1883 erwirbt der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz von dem Nama-Häuptling Josef Fredericks den Küstenstreifen um Angra Pequena, heute Lüderitzbucht. Am 12. Mai desselben Jahres hisst sein Abgesandter H. Vogelsang dort die deutsche Flagge - Nambias Geschichte als deutsche Kolonie beginnt. Ein Jahr später stellt Bismarck das Gebiet als Deutsch-Südwestafrika unter seinen Schutz, die kurze Zeit später gegründete Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika beginnt mit der Anwerbung von Siedlern und der Verteilung von Farmland. Das Motto der neuen Siedler lautet: "Im Herzen warm und stark im Arm, im Geiste frei und deutsch und treu." Getreu diesem Motto dehnt nun das Deutsche Reich nach und nach seine Besitzungen aus und unterwirft die aufständischen Nama und Herero. Die Deutschen machen "keine Gefangenen": Mindestens 75.000 Nama und Herero kommen bei den blutigen Auseinandersetzungen ums Leben.

 

Nach dem ersten Weltkrieg, als Deutschland aller Kolonialbesitz abgesprochen wird, vergibt der Völkerbund das Mandat für Südwestafrika an Südafrika.1945 schliesslich sollen alle Mandatsländer in die Selbstverwaltung entlassen werden, doch Südafrika weigert sich und überträgt stattdessen die in Südafrika geltende Apartheids-Gesetzgebung auf Namibia. In der Folge nimmt die von Exilnamibiern gegründete SWAPO (South West African People`s Organization) unter Sam Nujoma den bewaffneten Befreiungskampf auf. Nach einem über dreissig Jahre währenden Freiheitskampf wird 1988 endlich ein Waffenstillstand vereinbart und eine Einigung über den Unabhängigkeitsprozess erzielt. Im November 1989 werden die ersten freien Wahlen abgehalten, die die SWAPO mit 57% der Stimmen gewinnt. Sam Nujoma wird erster Präsident des Staates Namibia, der am 21. März 1990 als vorletzter afrikanischer Staat formell in die Unabhängigkeit entlassen wird.

 

Letzte Änderung: 22.09.2003
Medien (diese Seite): kihi
Autor: kihi

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