10.03.2000

Die Ruinen von Great Zimbabwe

Mittelalterliches Monument und Namensgeber Zimbabwes

Ruinen von Great Zimbabwe
Schier endlos sind die Reihen von Souvenir-Ständen, die schon Kilometer vor dem Ziel dem erfahrenen Besucher eine Sehenswürdigkeit von hohem touristischen Interesse ankündigen. Wir sind auf dem Weg nach Great  Zimbabwe, jener Ruinenstadt, der das Land Zimbabwe seinen Namen verdankt.

 

Jahrzehntelang gab der Ursprung dieser größten mittelalterlichen Anlage südlich der Sahara der Archäologie Rätsel auf. Viele Gelehrte und Wissenschaftler hielten die Existenz einer Hochkultur im vorkolonialen Afrika schlicht für ausgeschlossen. Selbst als die britische Archäologin Caton-Thompson nach dreijähriger Forschungsarbeit 1932 bewies, dass Great Zimbabwe von einheimischen Shona Stämmen gegründet wurde, blieben die damaligen Kolonialherren skeptisch.

 

Noch bis zur Unabhängigkeit Zimbabwes im Jahre 1980 zweifelte die rhodesische Regierung die Beweise und damit die Existenz einer Shona Hochkultur an. Great Zimbabwe war zwei Jahrhunderte lang das Herz der Rozwi Kultur, deren Einfluß sich bis Mosambik, Botsuana und sogar Südafrika erstreckte.

 

In dieser Zeit lebten rund 11.000 bis 20.000 Menschen in der Stadt. Der Handel blühte: Swahili Händler, die sich schon im 10. Jahrhundert an der nahen Küste Mosambiks niedergelassen hatten, importierten Porzellan aus China, Schmuck und Perlen aus Indien und Töpferwaren aus Persien. Exportiert wurden im Gegenzug Gold und Elfenbein.

 

Ruinen von Great Zimbabwe
Vom Eingang aus gelangen wir zuerst an die "Große Anlage", eine ellipsenförmige Struktur mit einem Durchmesser von 255 Metern. Die mächtige Außenmauer erreicht eine Höhe von 11 Metern und ist an einigen Stellen bis zu fünf Metern dick. Hier, so nimmt man an, hat sich früher die königliche Residenz befunden.

 

Einige Meter weiter schlängelt sich ein schmaler Pfad zwischen Felsen hindurch knapp 80 Meter in die Höhe. Auf der Kuppe des Berges, eng angeschmiegt an die Felsen, liegt die wahrscheinlich älteste Anlage Great Zimbabwes, der Hill Complex.

 

Ein verwirrendes Labyrinth von Treppen, Gässchen und Mauern empfängt uns und führt uns treppauf, treppab durch Felsen hindurch. Manche Wohnungen nutzen die Felsen als Außenmauern, wieder andere sind richtiggehend in die Felsen gebaut. Es gibt sogar natürliche Balkone und Terrassen, von denen aus man eine wunderbare Aussicht auf das Tal und die "Große Anlage" hat.

 

Wie in vielen alten Städten waren dies die Wohnungen der Reichen und Privilegierten. Die einfachen Bewohner der Stadt, die Handwerker, Bauern und kleinen Händler lebten in bescheidenen Hütten, deren Fundamente man noch überall um die "Große Anlage" und den "Hill Complex" verstreut sieht. Man vermutet, daß Great Zimbabwe im 15. Jahrhundert Opfer des eigenen Erfolges wurde. Überbevölkerung, Überbeanspruchung des Ackerlandes und dadurch Lebensmittel- und Wasserknappheit zwangen die Bewohner schließlich, die Stadt aufzugeben.

 

Letzte Änderung: 10.03.2000
Medien (diese Seite): kihi
Autor: kihi

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