Das königliche Lalibela
Ein Kulturschatz in den Felsen
Nicht viel anders muss es im 12. Jahrhundert hier zugegangen sein, zur Zeit König Lalibelas, des berühmtesten Herrschers der Zagwe Dynastie, die knapp dreihundert Jahre lang die Geschicke Äthiopiens bestimmte. Der Legende nach wurde Lalibela, der jüngere Bruder des regierenden Königs, kurz nach seiner Geburt von einem Schwarm Bienen beschützt. Seine Mutter, die darin ein Zeichen seiner zukünftigen Herrscherrolle sah, nannte in daraufhin Lalibela, "den, den die Bienen als Herrscher erkannten!".
Sein Bruder, der König, soll daraufhin versucht haben ihn zu vergiften, was ihm jedoch misslang. Lalibela, statt zu sterben, fiel in einen tiefen, dreitägigen Schlaf. Während dieses Schlafes führte ihn ein Engel gen Himmel, zeigte ihm dort eine Stadt, deren Kirchen in den Fels gehauen waren und wies ihn an, diese auf Erden nachzubilden. So geschah es, dass König Lalibela nach seiner Krönung die bekanntesten und geschicktesten Handwerker und Künstler der damaligen Zeit um sich sammelte und sie mit der Nachbildung eben jener Kirchen, die ihm im Traum erschienen waren, beauftragte. Auf diese Weise sollen der Legende nach, die inzwischen weltberühmten Steinkirchen von Lalibela entstanden sein.
Trotz all dieser Attraktionen aber, ist Lalibela der wohl untouristischste Touristenort, den man sich vorstellen kann. Nach wie vor sind die Kirchen in erster Linie das, was sie seit bereits 800 Jahren darstellen: das geistige Zentrum eines tief religiösen Dorfes.
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