Bewegte Geschichte Gambias
Ein Land im Fluss
Die Geschichte von Gambia ist geprägt von seinen kolonialen Beherrschern und dem Sklavenhandel. Im 15./16. Jh. errichten Portugiesen erste Handelsstützpunkte an der senegambischen Atlantikküste. Die Region Senegambia gerät später unter den Einfluß der Franzosen und Engländer. Der Sklavenhandel und die koloniale Unterdrückung nehmen zu. Im Vertrag von Versailles (1783) wird England der Gambia River mit der Niederlassung Bathurst (heute Banjul) zugesprochen. Im frühen 19. Jh. beginnt sich ein entschiedener Widerstand gegen die europäische Kolonialherrschaft zu formieren.
Das Londoner Parlament verbietet 1807 den Sklavenhandel in den Überseebesitzungen. 1884 wird auf der Berliner Kongo-Konferenz der afrikanische Kontinent von den Kolonialmächten in "Einflussgebiete" aufgeteilt. England erhält seine Besitzungen in Gambia. Fünf Jahre später werden die bis heute gültigen Staatsgrenzen zwischen dem frankophonen Senegal und Gambia festgelegt.
Jawara, 1966 in den britischen Adelsstand erhoben, wird erster gambischer Staatspräsident. 1971 gibt die gambische Zentralbank eine Währung heraus, den Dalasi. Bathurst wird in Banjul umbenannt. 1976 gründet sich die erste große gambische Oppositionspartei, die National Convention Party. 1981 kommt es während einer Auslandsreise Jawaras zu einem - angeblich vom libyschen Geheimdienst gesteuerten - Putsch der linksradikalen Opposition. Nach fünf Tagen schlägt das senegalesische Militär den Putsch nieder. In offiziellen Quellen werden 500 Tote angegeben. Der nach dem Putsch verhängte Ausnahmezustand gilt bis 1985. Am 1.2.1982 tritt die Senegambia- Konföderation in Kraft, die 1989 wieder aufgelöst wird. Ein bilateraler Freundschaftsvertrag wird 1991 mit dem Senegal geschlossen. Am 22.7.1994 löst der 29jährige Armee-Leutnant Yahyah Jammeh den Staatspräsidenten Jawara durch einen unblutigen Putsch ab und zwingt ihn ins Exil. Jammeh beginnt das Erbe der 30jährigen Jawara-Regentschaft aufzuräumen. Ein "neues Gambia" soll entstehen, in dem für Korruption und hemmungslose Vetternwirtschaft, für Mißwirtschaft und Tribalismus kein Platz mehr ist. Das Ergebnis bleibt abzuwarten.
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