03.12.2003

Ägyptens andere Kultur

Eindrücke und Begegnungen

Fellachen Ortschaft in Ägypten
In Ägypten herrschen andere Sitten und Gebräuche als im rund 3.500 Kilometer entfernten Mitteleuropa, und für den Besucher öffnet sich im Land der Pharaonen eine andere, für ihn ungewohnte Welt. Freilich wird dieser Eindruck inzwischen dadurch abgemildert, dass sich Ägypten dem Tourismus geöffnet hat. Dies macht sich bereits am Flughafen bemerkbar. Nachdem der Einbruch im Tourismusgeschäft vor wenigen Jahren für grosse wirtschaftliche Probleme im Land gesorgt hatte, haben sich inzwischen viele Ägypter auf den erneuten Besucherboom eingestellt. Und auch die einfache Bevölkerung sieht hier die Möglichkeit, sich ein paar Devisen dazu zu verdienen. So bieten sie den Touristen ihre Hilfe an, sei es als Kofferträger und Reiseführer, oder handeln mit allerlei Souvenirs. Vor dem Flughafen wimmelt es von Taxis und Bussen in allen Variationen. Die Taxis sind ein sehr weit verbreitetes Fortbewegungsmittel, aber sie sind teilweise mit Vorsicht zu geniessen, preschen sie doch mit hoher Geschwindigkeit über die Strassen als gälte es, ein Rennen zu gewinnen. Sicherer fährt man mit den Bussen. Ein weiteres typisches Fortbewegungsmittel ist die Pferdedroschke. Eine ist schöner als die andere, steckt der Besitzer doch seine ganze Liebe in die Ausschmückung und Pflege seiner Droschke.
 

Endlich im Land angekommen, sieht man außerhalb der grösseren Städte überall die traditionellen Lehmhäuser, die von den Fellachen (Bauern) bewohnt werden. Ihr Hab und Gut besteht in der Regel nur aus Gerätschaften für das tägliche Leben, unter Umständen auch aus einigen Haustieren. Innerhalb des Hauses, das mit getrockneten Lehmziegeln in wenigen Wochen errichtet wird, gibt es in den Räumen oft nur wenig Mobilar.

 

Taxi in Ägypten
Das Leben im Dorf spielt sich meist im Freien ab. Die Fellachen leben in Gruppen. Nicht das Haus bildet die Einheit, sondern das Dorf. Eine Gemeinschaft, die in vieler Hinsicht wichtiger ist als die Familie. Diese wird nach wie vor von der Dominanz des Mannes bestimmt. Für die Hausarbeit ist die Frau zuständig. Viele Menschen (ca. 56 %) sind Analphabeten, überwiegend sind es Frauen und Mädchen. Hier freilich gibt es Fortschritte. Der Staat stellt jedem Hochschulabsolventen einen Arbeitsplatz in der Administration zur Verfügung, um einen Bildungsanreiz für alle Bevölkerungsschichten zu geben. 

 

Die traditionellen Lebensweisen sind aber nach wie vor in vielen Bereichen vorherrschend. Die traditionelle Kleidung, wie z.B. die schwarzen Umhänge der vorwiegend tief verschleierten Frauen wird ebenso in den Massenwohngebieten der Städte wie von den Fellachen auf dem Lande getragen. Unter dem schwarzen Umhang verstecken die Frauen ihre bunten Kleider. Männer hingegen tragen ein langes, weites hemdartiges Gewand in helleren Farbtönen. Einen Vorteil haben diese traditionellen Gewänder allemal: Sie schützen weit besser vor Hitze und Sonne als die europäische Kleidung der Touristen.

 

Letzte Änderung: 03.12.2003
Medien (diese Seite): beat
Autor: beat

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