10.05.2005

Weinguide

Barolo, Chianti & Co.

Weinglas
Wie der Phoenix aus der Asche: Vor einem Vierteljahrhundert schien der Ruf des italienischen Weins nach unzähligen Skandalen ruiniert. Das große Umdenken begann, eine neue Generation von Weinbauern besann sich auf Klasse statt Masse. Wissenswertes zum Vino d'Italia ...

 

Qualitätsbezeichnungen in vier Kategorien

 

1. Vino da Tavola, der Tafelwein ohne Angaben zu Herkunft und Jahrgang.

 

2. IGT, (Indicazione Geografica Tipica), Tafelwein mit Angaben zu Anbaugebiet, Sorte und Jahrgang.

 

3. DOC (Denominazione di Origine Controllata), Qualitätsweine mit Angaben zu Anbaugebiet, Sorte und Jahrgang.

 

4. DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita), Qualitätsweine mit Prädikaten: "Superiore" für Ertrag und Alkoholgehalt, "Classico" für Weine aus dem historischen Zentrum eines Anbaugebiets, Vigna oder Vigneto für Einzellagen und Riserva für besonders lange Fassreife.

 

Ausnahmen von der Regel - Das italienische Weingesetz enthält so manche unsinnige Regelung. Kreative Winzer ließen sich davon nicht beeindrucken und schaffen Weine, die sich der traditionellen Klassifizierung entziehen. Zur Strafe dürfen sie sich jedoch nicht Qualitätswein nennen - weswegen sich unter den IGT-Weinen immer wieder herausragende Tropfen finden.

 

Weinglas
Die bedeutendsten Weine - Von Barolo bis Torgiano: die gehaltvollsten Weine sind rot. Und die sollte man einmal probieren...

 

Barbaresco -
Der Feingeist aus dem Piemont, bei dem Alkohol, Tannine und Säure in feiner Balance zueinander stehen. Kann lange gelagert werden, ist aber auch jung gut zu trinken. Zu den besten Lagen zählen Ghiga, Montestefano, Stefano, Basarin und Bernadotti.

 

Barolo -
Das Schwergewicht, ebenfalls aus dem Piemont: Volumenreich und fruchtig, mit vielfältigen Aromen und tiefer, fast schwarzer Farbe. Besteht zu 100 Prozent aus Nebbiolo. Zwei Jahre im Fass ausgebaut, mit charakteristischen Tanninen, süß und rund statt bitter und hart. Legendär: Das Urgestein Bartolo Mascarello, der die Etiketten seiner Ausnahmeweine eigenhändig malt.

 

Brunello di Montalcino -
Der Elegante aus der Toskana, kultiviert auf rund 1.000 Hektar Rebfläche rund um die malerische gelegene Stadt Montalcino. Brunello di Montalcino besteht zu 100 Prozent aus der gleichnamigen Traube, die der Sangiovese-Traube entstammt. Empfehlenswert: Cerbaiona, Carpazo.

 

Chianti Classico -
Weite Teile der Toskana liefern den Chianti, gefällig, aber selten spektakulär. Anders im historischen Chianti Classico, zu dem neun Gemeinden zählen: Barberino, Greve, San Casciano, Tavernelle, Castellina, Gaiole, Radda, Castelnuovo Berardenga und Poggibonsi. Symbol des Chianti Classico ist der Gallo Nero, der schwarze Hahn.

 

Taurasi -
Klein und fein: Auf gerade einmal 220 Hektar Rebfläche wird dieser besonders gehaltvolle Rote aus Kampanien kultiviert. Ein ausbaufähiger Tropfen, der bis zu 20 Jahren ruhen kann, um dann mit kräftigen Aromen und konturierten Tanninen zu beeindrucken. Empfehlenswert: Castelfranci, Jampenne und Radice.

 

Torgiano Rosso Riserva -
Experten sind sich einig: Trotz schwankender Qualität das Hochwertigste, was Umbrien zu bieten hat. Rund um die kleine Gemeinde Torgiano bei Perugia gibt es nicht nur großartige Rote, sondern auch bemerkenswerte Weißweine.

 

Vino Nobile di Montepulciano -
Der Ferrari unter den Weinen aus der Montepulciano-Traube. Er stammt aus der mittelalterlichen Gemeinde Montepulciano, eine der schönsten Renaissance-Städte Italiens.

 

Letzte Änderung: 10.05.2005
Medien (diese Seite): lvda
Autor: lvda

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