15.09.2003

Der Lake Bogoria in Kenia

Ein Paradies für Vögel und Vogelforscher

Lake Bogoria
Für einen Moment verstummt das vielstimmige Geplapper, Stille senkt sich für den Bruchteil einer Sekunde über das Nordufer des Sees. Dann - ein einzelner Flügelschlag - und als wäre dies ein geheimes Signal, setzt das Geplapper wieder ein, schwillt an zu einem mächtigen Brausen, dass selbst am Nordhang der am anderen Ufer angrenzenden Aberdare Berge noch widerhallt.

 

Bewegung kommt in die Schar, die Tiere scheinen sich zu formieren. In einer Art Ordnung nimmt einer nach dem anderen Anlauf über das Wasser und schwingt sich laut schimpfend in die Lüfte, um sich an einer anderen Stelle des Sees wieder ungestört niederzulassen. Abertausende folgen, bis sich der Himmel über dem See schier Rosa färbt.

 

Flamingos soweit das Auge reicht: In allen Schattierungen, von Blassrosa bis Lachsrot schweben sie gleich Wolken über dem See. Lake Bogoria, vormals Lake Hannington, ist das Zentrum des Lake Bogoria National Reserve und Habitat einer der größten Flamingokolonien der Welt. Oft auch als ornithologisches Paradies bezeichnet, zieht dieser See Millionen von Vögeln an. Aktuelle Zählungen in den letzten Tagen ergaben eine Zahl von drei Millionen.

 
Lake Bogoria National Reserve
Die natürlichen Voraussetzungen sind einmalig: Der alkalische Gehalt des umgebenden Vulkangesteins führt, in Verbindung mit einer hohen Oberflächenverdunstung, zu einer beträchtlichen Konzentration an Natriumkarbonat im Seewasser. Begrenzt durch die Talhänge des Rift Valleys, verfügt der See außerdem über keinerlei Abflußmöglichkeit. Ideale Wachstumsbedingungen für Algen, die ihrerseits den Flamingos als Nahrung dienen.  So ideal diese Bedingungen für die Flamingos sind, so empfindlich ist dieses Ökosystem jedoch auch. 

 

1993 verendeten am Lake Bogoria und dem benachbarten Lake Nakuru innerhalb von nur zwei Wochen 5.000 Tiere. Der Kenyan Wildlife Service, der in aller Eile Untersuchungen durchführte, kam zu dem Schluss, dass die Tiere an einer bakteriellen Infektion gestorben waren, ausgelöst durch einen für gewöhnlich völlig harmlosen Erreger. Die Infektion konnte schliesslich eingedämmt werden, die genaue Ursache indes ist bis heute nicht klar.

 

Flamingos
 

Letzte Änderung: 15.09.2003
Medien (diese Seite): kihi
Autor: kihi

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